Verlag Hagia Sophia verlegt erste orthodoxe Bibelübersetzung auf Deutsch

Die neue Bibelausgabe vereint erstmals orthodoxe Schrifttradition und deutsche Sprache in einem Band. Fotos: Verlag/Hermann Hammer, Wikipedia

Der orthodoxe Verlag Hagia Sophia hat die Veröffentlichung einer orthodoxen, deutschsprachigen Bibelausgabe bekanntgegeben, die das Neue Testament, den Psalter sowie die neun biblischen Oden umfasst. Das rund 800 Seiten starke Werk ist eine Übersetzung von S’chi-Archimandrit Justin (Rauer) und soll noch im Mai ausgeliefert werden, wie der Verlag am 8. Mai 2026 auf seiner Webseite mitteilte.

Damit liegt erstmals eine vollständige orthodoxe Übersetzung zentraler biblischer Texte in deutscher Sprache vor. Grundlage der Übersetzung ist der griechische Patriarchatstext des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel (1904/1912), der bis heute im Gottesdienst der orthodoxen Kirche verwendet wird. Die Ausgabe hebt sich damit bewusst von vielen westlichen Bibelübersetzungen ab und betont die enge Verbindung von Heiliger Schrift, Liturgie und geistlichem Leben.

Übersetzt wurde das Werk von S’chi-Archimandrit Justin (Rauer) vom serbisch-orthodoxen Stavropegial-Kloster Verkündigungs-St.-Justin-Einsiedelei in Unterufhausen/Hessen. Die Übersetzung entstand über viele Jahre und verfolgt das Ziel, sowohl dem Urtext treu zu bleiben als auch die geistliche und liturgische Tradition der Orthodoxie sprachlich abzubilden.

Neben dem vollständigen Neuen Testament enthält die Ausgabe den orthodoxen Psalter mit der traditionellen Einteilung in 20 Kathismen, einschließlich Psalm 151, sowie die neun biblischen Oden, die eine zentrale Rolle in der orthodoxen Liturgie spielen. Die Veröffentlichung richtet sich sowohl an orthodoxe Gläubige als auch an interessierte Leser anderer christlicher Traditionen. Das Buch ist gedruckt und wird ab dem 22. Mai zum Preis von 30 Euro ausgeliefert.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Kronprinz Filip zum Georgstag die Bedeutung von Glauben und Ausdauer betonte.

Lesen Sie auch

Priester Daniel Schärer: Die Herrlichkeit Gottes im Nächsten erkennen

Der Geistliche erinnerte in Zürich daran, trotz menschlicher Schwächen und Fehler die Würde des Mitmenschen zu sehen und ihn in christlicher Liebe anzunehmen.

Ex-EU-Kommissar fordert Estland auf, Eingriffe in Kirchenfragen zu stoppen

Der ehemalige EU-Kommissar erklärte, dass der Druck auf die Kirche die religiöse Entscheidung der Bürger in eine Frage staatlicher Loyalität verwandle.

Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem „Marsch für Jesus“ in Wien

Christen verschiedener Konfessionen setzten in der Innenstadt Zeichen für Glauben, Einheit und Frieden.

Ingolstädter Gemeinde beging das Fest der Geburt der Gottesmutter

Die ROKA-Gemeinde in Ingolstadt erinnerte an die Geburt der Allerheiligsten Gottesgebärerin und veröffentlichte ein Troparion.

Metropolit Johannes feierte Patronatsfest der Alexander-Newski-Kathedrale

Die Erzdiözese der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa beging in Paris den Gedenktag des Großfürsten Alexander Newski.

Diakon Igor Willimowski: Gott erwartet den Einsatz unserer Talente

In einer Predigt zum Gleichnis von den anvertrauten Talenten erinnerte der Geistliche an die Verantwortung, die mit den von Gott empfangenen Gaben verbunden ist.