Kehrt Deutschland zu seinen christlichen Wurzeln zurück?

UOJ-Reportage vom Münchner „Marsch fürs Leben“ 2026

Am 18. April 2026 versammelten sich mehrere tausend Menschen auf dem Königsplatz in München. Junge Leute, Familien, Vertreter der katholischen Kirche, Geistliche und einfache Bürger mit einer aktiven Haltung kamen zum jährlichen „Marsch fürs Leben“ – einer Aktion zum Schutz ungeborener Kinder, die Jahr für Jahr von katholischen und konservativen Kräften in Deutschland organisiert wird.


Zwischen Transparenten und Fahnen waren in der Menge immer häufiger orthodoxe Ikonen zu sehen. Orthodoxe Christen trugen Kreuze, Ikonen und das Banner des Nicht von Menschenhand gemachten Erlösers. Für manche mochte dies überraschend wirken. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine seit ein paar Jahren zu beobachtende Entwicklung: Orthodoxe Christen nehmen zunehmend eine aktive gesellschaftliche Position ein und unterstützen immer häufiger gemeinsame christliche Werte wie den Schutz des Lebens, der Familie und der ungeborenen Kinder.



Nach Beobachtungen des UOJ-Korrespondenten waren heuer deutlich mehr Orthodoxe beim Marsch vertreten als in den vergangenen Jahren. Menschen reisten aus verschiedenen Städten Deutschlands an. Unter ihnen waren Gemeindemitglieder verschiedener orthodoxer Kirchen, Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, orthodoxe Christen aus der Diaspora und zum orthodoxen Glauben konvertierte Deutsche. Besonders aktiv traten die Gläubigen der ROKA auf.

Die Initiative „Orthodoxe Christen für das Leben“

Eine wichtige Rolle bei der Organisation der orthodoxen Teilnahme spielte die Initiative „Orthodoxe Christen für das Leben“. Sie hatte in den vergangenen Wochen orthodoxe Gläubige dazu aufgerufen, nach München zu kommen, koordinierte die Teilnahme und half dabei, Vertreter verschiedener Gemeinden zusammenzubringen.

Dank dieser Initiative erschienen die Orthodoxen nicht als vereinzelte Teilnehmer, sondern als sichtbare und organisierte Gruppe mit Gebet, Ikonen und einer gemeinsamen Haltung.

Ein orthodoxer Bischof für den Schutz des Lebens

Ein besonders eindrucksvoller Moment der Veranstaltung war die Ansprache von Hiob (Bandmann), Vikarbischof der Deutschen Diözese der ROKA.

Der Bischof begann seine Rede mit dem Ostergruß:

Christus ist auferstanden! Χριστός Ανέστη! Христос воскресе!

Danach erinnerte er daran, dass die Christen noch immer in der Osterzeit leben und den Sieg des Lebens über den Tod feiern.

Christus ist das Leben, und Er hat den Tod besiegt. Ich hoffe, dass dieses Leben auch das Motto unserer heutigen Veranstaltung sein kann.



Der Bischof dankte den orthodoxen Teilnehmern des Marsches dafür, dass sie, wie er sagte, „ihre bürgerliche Pflicht erfüllen und eine aktive gesellschaftliche Haltung zeigen“.

Ich wünsche uns allen, dass das Licht Christi heute vor uns hergeht.


Provokationen während des Marsches

Trotz des friedlichen Charakters der Veranstaltung und des gesamten Zuges wurden die Teilnehmer während des Marsches immer wieder beleidigt. Ihnen wurden obszöne Gesten gezeigt, Flüche zugerufen und sie wurden der Nähe zur nationalsozialistischen Ideologie beschuldigt.

Dies ging von Gruppen aus, die sich selbst als liberal oder „antifaschistisch“ bezeichnen und unter dem Schlagwort der Frauenrechte gegen den Marsch protestierten.

Dabei ignorierten die Gegner der Veranstaltung weitgehend, dass sich unter den Teilnehmern zahlreiche Frauen, junge Mädchen und sogar Schwangere befanden, die ebenfalls gekommen waren, um ihre Position öffentlich auszudrücken.

Der UOJ-Korrespondent berichtete außerdem, dass die Gegner des Marsches für das Leben der Demonstration den Weg versperrten. Während die Polizei versuchte, die Situation zu beheben, gelang es den Protestierenden, den Marsch für etwa eine halbe Stunde aufzuhalten.

In dieser Zeit mussten die Teilnehmer warten: Einige unterstützten einander, andere diskutierten mit denjenigen, die den Marsch aufgehalten hatten, wieder andere spielten etwas. Die Orthodoxen beteten währenddessen.

Vor diesem Hintergrund wurde der Unterschied zwischen den beiden Seiten besonders deutlich. Auf der einen Seite standen Gebet, Ikonen, Gesänge und ein friedlicher Marsch. Auf der anderen Seite aggressive Rufe und Versuche der Einschüchterung.

Was dieser Marsch zeigt

  • Der Münchner „Marsch fürs Leben“ 2026 zeigte, dass es in Deutschland gemeinsame christliche Anliegen gibt, die Menschen aus verschiedenen Kirchen verbinden. Und Orthodoxe sind bereit, sich daran aktiv zu beteiligen.
  • Orthodoxe Christen erhöhen nicht nur die Zahl der Teilnehmer solcher Veranstaltungen. Sie geben ihnen auch eine geistliche, sichtbare und christliche Dimension. Wenn Orthodoxe nicht einfach nur mitgehen, sondern beten, Ikonen tragen und ihren Glauben offen zeigen, verändert dies den Charakter einer solchen Veranstaltung.
  • Zugleich zeigte der diesjährige Marsch noch etwas anderes. Trotz der oft wiederholten Behauptung, bei solchen Aktionen handele es sich um Veranstaltungen von „Randgruppen“, „Frauenfeinden“ oder Extremisten, sah die Wirklichkeit anders aus. Jeder, der den Marsch in München beobachtete, konnte selbst sehen, wie sich die Teilnehmer verhielten – und wie ihre Gegner auftraten.


Die UOJ hat ähnliche Veranstaltungen bereits zuvor in Deutschland und Österreich begleitet: den „Marsch für das Leben“ in Köln, Veranstaltungen in Wien, die Konferenz zur Leihmutterschaft in Berlin und eine Konferenz in Mainz.

Das Ziel bleibt dabei immer dasselbe: jenes Deutschland sichtbar zu machen, das viele nicht sehen. Ein Deutschland, in dem Deutsche und Menschen mit Migrationshintergrund sich um gemeinsame Werte versammeln können – um den Schutz des Lebens, der Familie und der Menschenwürde.

Vielleicht führen gerade solche Ereignisse Deutschland und Europa wieder näher an ihre christlichen Wurzeln heran – nicht als Rückkehr in die Vergangenheit, sondern als Versuch, die Zukunft zu gestalten.

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