Orthodoxe Kirche Zyperns bezieht Teilung der Insel in die Liturgie ein

Kirche des Heiligen Lazarus (Agios Lazaros) in Larnaka, Zypern. Foto: Domradio.de
Die Orthodoxe Kirche Zyperns will die seit Jahrzehnten ungelöste Teilung der Insel künftig auch liturgisch thematisieren. Wie die Heilige Synode beschloss, sollen in die Karfreitagsliturgie neue Hymnen aufgenommen werden, die ausdrücklich auf die sogenannte „Zypernfrage“ Bezug nehmen. Der entsprechende Beschluss fiel am 14. Januar bei der Versammlung der Hierarchen in Nikosia auf Vorschlag von Erzbischof Georgios. Darüber berichtete Domradio.de.
Im Kern geht es darum, dem traditionellen Klagegottesdienst am Karfreitagabend neue, ergänzende Bitt- und Trauergesänge hinzuzufügen. Diese neuen Hymnen sollen in alle drei Abschnitte der sogenannten Klagelieder eingebaut werden, welche das zentrale Element der Liturgie bilden. Der Ritus des Karfreitags stellt symbolisch das Begräbnis Christi dar. Er ist charakterisiert durch seine poetischen Gesänge, die vor allem aus der Perspektive der Gottesmutter Marias verfasst sind und sich auf Verse des 118. Psalms stützen.
Indem die Kirche ihre Liturgie erweitert, reflektiert sie die historische und politische Realität der Insel. Die als "Zypernfrage" bekannte Problematik begann 1974 mit dem Einmarsch türkischer Truppen in den Norden Zyperns. Daraufhin wurden Hunderttausende griechische Zyprioten vertrieben, was zur bis heute andauernden faktischen Teilung der Insel führte. Der nördliche Teil steht unter türkischer Kontrolle und wird international nicht anerkannt. Trotz jahrzehntelanger diplomatischer Verhandlungen konnte eine Wiedervereinigung Zyperns bisher nicht erreicht werden.
Zuvor hat die UOJ berichtet, dass laut Islamwissenschaftlerin der Hidschab nicht nur für Unterdrückung steht.
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