Patriarch Daniel: Heilsgeschichte als Weg zur Menschwerdung Christi

Patriarch Daniel sprach am Sonntag vor Weihnachten zur Bedeutung der Genealogie Christi. Foto: Patriarchat

Am Sonntag vor dem Fest der Geburt des Herrn hat Patriarch Daniel von Rumänien in einer theologischen Ansprache die biblische Genealogie Jesu Christi als Ausdruck göttlicher Pädagogik und heilsgeschichtlicher Vorbereitung gedeutet. Das Patriarchat veröffentlichte die Predigt am 21. Dezember 2025 auf seiner Webseite.

In seiner Predigt erklärte Patriarch Daniel, dass die im Matthäusevangelium genannten 42 Generationen die Beharrlichkeit des Glaubens und den allmählichen Weg der Menschheit hin zur Aufnahme des Sohnes Gottes widerspiegeln. Die Dreiteilung der Genealogie in jeweils 14 Generationen stehe für die Zeit der Richter, der Könige und der Hohenpriester und verweise prophetisch auf Christus selbst als Richter, König und ewigen Hohepriester.

Der Patriarch hob zudem die symbolische Bedeutung der Zahlen hervor: Die 42 Generationen, geteilt durch sieben, ergäben sechs – ein Hinweis auf die sechs Schöpfungstage und auf Zeiten der Mühe, des Leidens und der aktiven Glaubenstreue im Alten Testament. Besonders betonte er die Prophetie Michas, der Jahrhunderte vor der Geburt Christi sowohl den Geburtsort Bethlehem als auch den ewigen Ursprung des Messias angekündigt habe.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Universalität des Heils. Die Aufnahme der vier nichtjüdischen Frauen Rahab, Ruth, Tamar und Batseba in den Stammbaum Jesu zeige, dass das Heil allen Völkern offenstehe und Männer wie Frauen gleichermaßen in das Heilswerk einbezogen seien. Christus, so Patriarch Daniel, habe als Neuer Adam den Tod überwunden und ihn zum Tor des ewigen Lebens gemacht.

Abschließend sprach der Patriarch über die Menschwerdung Christi als Erfüllung eines von Ewigkeit her vorbereiteten göttlichen Plans und verwies auf die Eucharistie als höchste Form der Danksagung. Die gesamte Heilsgeschichte sei ein Ausdruck göttlicher Geduld und Achtung vor der menschlichen Freiheit. Mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest rief er die Gläubigen dazu auf, Christus mit Frieden und Freude in ihre Herzen und Häuser aufzunehmen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Altvater Johannes aus dem Dreifaltigkeitskloster Buchhagen im Interview den Maßstab setzte: „Strenge im Heiligen, Milde im Menschlichen.“

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