Zehnte orthodoxe Wallfahrt nach Kufstein gedachte rumänischer Neumärtyrer

Zum zehnten Mal gedachten rumänisch-orthodoxe Christen der Märtyrer von Kufstein mit einer Wallfahrt – am Samstag angeführt von Metropolit Serafim. Foto: Metropolie

Am Samstag, dem 18. Oktober 2025, fand in Kufstein in Tirol die zehnte rumänisch-orthodoxe Wallfahrt zu Ehren der orthodoxen Neumärtyrer von Kufstein statt. Angeführt wurde sie von Metropolit Serafim, dem Oberhaupt der Rumänisch-Orthodoxen Metropolie für Deutschland, Mittel- und Nordeuropa, sowie von Bischof Sofian von Kronstadt, Weihbischof der Metropolie. Mehrere hundert Gläubige aus Österreich und Süddeutschland nahmen an der Gedenkfeier teil. Darüber berichtete Bischof Sofian auf seiner Facebook-Seite.

Die Heilige Liturgie wurde in der römisch-katholischen Stadtpfarrkirche Kufstein gefeiert, die dem heiligen Vitus geweiht ist. Die orthodoxen Bischöfe zelebrierten gemeinsam mit zahlreichen Priestern und Diakonen, begleitet von Gebeten und Gesängen.

Dabei gedachten sie der vier bekannten rumänischen Glaubenszeugen, die im 18. Jahrhundert unter der Herrschaft von Kaiserin Maria Theresia wegen ihres orthodoxen Bekenntnisses verfolgt und in der Festung Kufstein gefangen gehalten wurden: Mönch Visarion Sarai, Priester Ioan von Gales, Priester Moise Macinic von Sibiel und Bauer Oprea Nicolae.

Der Historiker Dr. Mircea Abrudan erinnerte in einem Vortrag an den mutigen Widerstand dieser Männer gegen religiösen Zwang und Unterdrückung durch die katholischen Uniaten. Überliefert sind vier Namen – es wird jedoch angenommen, dass weitere Gefährten mit ihnen litten und starben, ohne namentlich bekannt zu sein.

Im Anschluss an die Liturgie begaben sich die Pilger hinauf zur Festung Kufstein, wo eine Andacht am historischen Ort der Einkerkerung abgehalten wurde. Dort gedachten die Gläubigen aller, die an diesem Ort gelitten haben – insbesondere derer, die wegen ihres Festhaltens am orthodoxen Glauben verfolgt wurden.

Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde Kufstein unter der Leitung von Priester Daniel Stan organisierte die Wallfahrt mit großer Hingabe. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andreea und der Gemeinde bereitete er auch eine Agape für alle Teilnehmenden vor. Bischof Sofian würdigte die Gastfreundschaft der Gemeinde und schloss mit Blick auf die Märtyrer: „Wir sind die Frucht ihres Glaubens und Opfers.“

Die rumänisch-orthodoxe Kirche begeht das Gedächtnis der Neumärtyrer von Kufstein jedes Jahr am 21. Oktober. Ihre Heiligsprechungen erfolgten 1950, 1955 und 1992 durch die Heilige Synode der Rumänischen Orthodoxen Kirche.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die rumänische Nationalkathedrale in Bukarest am 26. Oktober geweiht wird.

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