Erzbischof Tichon: „Man muss jeden Augenblick bereit sein, vor dem Herrn zu stehen“

Mit der Göttlichen Liturgie wurde auch der Beginn des neuen Kirchenjahres gefeiert. Foto: rokmp.de

Mit der Göttlichen Liturgie wurde auch der Beginn des neuen Kirchenjahres gefeiert. Foto: rokmp.de

Am 14. Sonntag nach Pfingsten und dem kirchlichen Neujahrsfest (14. September 2025) leitete Erzbischof Tichon von Ruza, Administrator der Diözese Berlin und Deutschland der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK), die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin. Darüber berichtete die Diözese auf ihrer Webseite.

In seiner Predigt zum Sonntagsevangelium (Mt 22,1–14) legte Erzbischof Tichon das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl aus. Er betonte, dass Gottes Einladung an alle Menschen ergehe, doch nur diejenigen teilhaben könnten, die das "Hochzeitskleid" der Tugend, Reinheit und Liebe tragen.

Das Evangelium sei nicht nur ein Rückblick auf die Geschichte des auserwählten Volkes, sondern eine persönliche Mahnung an jeden Einzelnen, sich geistlich auf die Begegnung mit Christus vorzubereiten. Es reiche nicht aus, zum Fest geladen zu sein – man müsse sich innerlich bereit machen und das Geschenk des Glaubens ernsthaft annehmen.

Erzbischof Tichon erinnerte daran, dass das Reich Gottes bereits jetzt „in uns“ beginne und jeder Augenblick genutzt werden solle, um die Seele zu reinigen und in der Tugend zu wachsen. Das Hochzeitskleid sei kein äußeres Symbol, sondern Ausdruck eines geheiligten Lebens. Die Bereitschaft zur Umkehr und das ständige geistliche Wachen seien Voraussetzungen für die Teilnahme am himmlischen Fest.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Tichon in Potsdam das Patronatsfest zu Ehren des Heiligen Alexander Newski gefeiert hatte.


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