Äthiopien: 47 orthodoxe Christen bei einem Angriff in Arsi getötet
Bewaffnete Gruppen sollen in der Region Oromia zahlreiche orthodoxe Christen getötet, Wohnhäuser niedergebrannt und Familien vertrieben haben.
Bei einem nächtlichen Angriff auf mehrere Dörfer in der äthiopischen Region Oromia sollen mindestens 47 orthodoxe Christen getötet worden sein. Demnach überfielen bewaffnete Gruppen ländliche Gemeinden im Bezirk Shirka in der Arsi-Zone, setzten Wohnhäuser in Brand und plünderten das Eigentum der Bewohner. Zahlreiche Familien verloren dadurch ihre Lebensgrundlage. Darüber berichtete das äthiopische Nachrichtenportal Borkena am 24. Oktober 2026 unter Berufung auf Angehörige der Opfer sowie auf lokale Quellen.
Nach Angaben der Augenzeugen begann der Angriff gegen 22 Uhr in den Ortschaften Birbo, Chole und Sole Guna. Schwer bewaffnete Angreifer sollen Wohnhäuser umstellt, Fluchtwege blockiert und anschließend auf die Bewohner geschossen haben. Lokale Quellen machen bewaffnete Gruppen aus Shirka sowie extremistische Kräfte aus benachbarten Gebieten verantwortlich. Angehörige der Opfer erhoben zudem den Vorwurf, die Täter seien von örtlichen Verwaltungsstrukturen stillschweigend unterstützt worden. Eine unabhängige Bestätigung dieser Anschuldigungen liegt nicht vor.
Während des Angriffs baten die Einwohner der nahegelegenen Stadt Gobesa die Sicherheitskräfte um Hilfe. Diese sollen jedoch nicht eingegriffen haben und auf fehlende Einsatzbefehle verwiesen. Die Gewalttat reiht sich nach Angaben des Berichts in eine Serie von Angriffen auf orthodoxe Gemeinden in der Arsi-Zone ein. In den vergangenen Jahren wurden dort wiederholt Christen getötet, Häuser zerstört und zahlreiche Gläubige vertrieben. Die betroffenen Familien stehen nun vor der Aufgabe, ihre Angehörigen zu bestatten und ihre zerstörten Lebensgrundlagen wiederaufzubauen.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass in Jordanien Bewaffnete sieben Menschen in einer orthodoxen Kirche getötet hatten.
