Metropolit Grigorije: Christliche Liebe darf keine Gegenleistung erwarten
In seiner Predigt zum Patronatsfest der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Augsburg rief der Geistliche dazu auf, auch den Feinden mit Liebe zu begegnen.
Der serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije, Erzbischof von Düsseldorf und Berlin und Metropolit von Deutschland, zelebrierte am 11. Oktober 2026 die Göttliche Liturgie in der Kirche der Heiligen Stefan und Jelena (Štiljanović) in Augsburg gemeinsam mit dem Gemeindepfarrer Nenad Živković und weiteren Geistlichen. In seiner Predigt stellte er die Aufforderung Jesu zur Feindesliebe und Barmherzigkeit in den Mittelpunkt (Lk 6,31.35–36). Christus führe die Menschen von der Orientierung an den eigenen Interessen zu einer Liebe, die sich am Erbarmen Gottes ausrichte. Diese zeige sich darin, Gutes zu tun, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, wie die Eparchie auf ihrer Webseite berichtete.
Eine solche Haltung befreie aus einem Kreislauf des Aufrechnens, in dem jede Hilfe zur Verpflichtung werde und jede Gabe eine Erwiderung erwarte. Christliches Leben erfordere mehr als höfliches Verhalten und gute Manieren: Entscheidend sei eine Liebe, die sich im konkreten Umgang mit anderen Menschen zeige und auch im kirchlichen Leben zum Maßstab werde.
Unter Berufung auf den heiligen Maximus Confessor betonte Metropolit Grigorije, dass vollkommene Liebe alle Menschen gleichermaßen achtet, weil sie in jedem Menschen die gemeinsame menschliche Natur erkenne. Auch wer andere verletze oder ihnen feindlich gegenüberstehe, bleibe ein Mitmensch. Die Liebe zu den Feinden sei deshalb ein Zeichen dafür, dass Gottes Gnade im Menschen wirke.
Gottes Liebe gehe allem menschlichen Handeln voraus. Aus ihr erwachse der Auftrag, auch jenen Liebe entgegenzubringen, die diese Liebe nicht erwiderten. Ob die Worte des Evangeliums lebendig würden, zeige sich letztlich daran, wie Menschen einander begegneten und ob sie Barmherzigkeit übten, wie der himmlische Vater barmherzig sei. Zum Abschluss der Liturgie wurden die Festgaben gesegnet.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die rumänisch-orthodoxe Metropolie die zweite Staffel ihres Katecheseprojekts startet.
