Verkündigung im Schatten des Kreuzes: Bischof Irenei sprach über die Gottesmutter
Predigt in Vevey betont untrennbare Verbindung von Menschwerdung und Erlösung
In der Kirche der heiligen Großmärtyrerin Barbara in Vevey am Genfersee hat Bischof Irenei von London und Westeuropa (Russische Auslandskirche) am Fest der Verkündigung (7. April 2026) eine Predigt gehalten, die die enge Verbindung zwischen der Menschwerdung Christi und seinem Leiden herausstellte. Dass das Fest in diesem Jahr auf den Großen und Heiligen Dienstag der Karwoche fiel, bezeichnete er als seltenen, aber bedeutsamen Anlass zur geistlichen Vertiefung. Die Diözese veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.
Im Zentrum seiner Ausführungen stand die Gottesmutter, die nach den Worten des Bischofs die Tragweite der ihr verkündeten Sendung erkannt habe. Die Verkündigung sei nicht nur die Ankündigung einer Geburt gewesen, sondern zugleich die Offenbarung des Erlösungswerks, das untrennbar mit Opfer und Tod verbunden sei. Maria habe – im Bewusstsein der prophetischen Verheißungen – geahnt, dass Freude und Leid untrennbar zusammengehören würden.
Mit Blick auf die Ereignisse der Karwoche betonte Bischof Irenei, dass sich in diesen Tagen die Botschaft des Erzengels erfülle. Die Gottesmutter habe das Leiden ihres Sohnes nicht nur äußerlich miterlebt, sondern innerlich mitgetragen – so, wie es durch die Weissagung des greisen Simeon angekündigt worden sei. Ihr Weg sei damit beispielhaft für das Verständnis des Heilsplans Gottes.
Abschließend rief der Bischof die Gläubigen in der Schweiz dazu auf, sich in dieser Zeit sowohl mit dem Schmerz als auch mit der Hoffnung der Gottesmutter zu verbinden. In der Betrachtung von Verrat, Leid und Tod Christi werde zugleich die Gewissheit der Erlösung sichtbar, die allen Menschen gilt.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg das Evangelium von der Verkündigung Mariens als Ausdruck göttlicher Weisheit deutete.