José Muñoz Cortez und die myronspendende Iveron-Ikone von Montreal

Bruder José mit der Iveron-Ikone von Montreal. Foto: Bildvorlage der ROKA mit KI bearbeitet.
Heute, am 31. Oktober 2026, erinnern wir an José Muñoz Cortez, den Hüter der myronspendenden Iveron-Ikone der Gottesmutter von Montreal.
In der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober 1997 wurde er in Athen ermordet. Anlässlich seines 29. Todestages legen wir unseren Leserinnen und Lesern einen Beitrag vor, den uns unser Leser Michalis zugesandt hat. Er widmet sich dem Leben Bruder Josés, seinem Dienst an der Ikone und seinem geistlichen Vermächtnis.
Ein Leben im Glauben
Was ist es, das das christliche Herz bewegt? Es sind die Geschichten und der Kontakt mit heiligen Menschen, die ihr Leben gelassen haben, um mit Christus, dem König des Himmels und der Erde vereint zu werden. In Zeiten der immer größer werdenden Kälte gegenüber der christlichen Wahrheit sind die Erzählungen über die Helden des Geistes, wie ein warmer Sommertag, der die Seele belebt und ihr neue Energie schenkt. Ein solcher Held des Geistes war José Muñoz Cortéz, ein gebürtiger Chilene, der in einer katholischen Familie aufwuchs. Gottes Vorsehung führte ihn auf unergründliche Weise, und auf Wegen, die den menschlichen Verstand übersteigen, zur Fülle der Wahrheit, zur Orthodoxen Kirche.
Bruder José gab sich nicht mit Oberflächlichkeiten zufrieden, und er beließ es nicht dabei, nur seine Konfession zu ändern. Er tauchte mit ganzem Herzen und ganzer Seele in das Wesen der Orthodoxie ein und lebte das Leben der Kirche in seiner Fülle. Dem Beispiel der Heiligen alter Zeiten folgend, kämpfte er gegen die unsichtbaren Feinde des Menschengeschlechts durch unablässiges Gebet und der Bereitschaft, für Gott selbst sein irdisches Leben hinzugeben - um es in der kommenden Welt in seiner ganzen Fülle wiederzuerlangen.
Unter Josés' Tugenden gab es eine, die besonders erwähnenswert war - nämlich die Tugend der Reinheit des Leibes und des Geistes. Keuschheit war für ihn - wie für alle Heiligen - nicht bloß ein körperlicher Zustand, sondern ein unverzichtbares Mittel um die Gnade Gottes zu erlangen und um schon hier in diesem Leben - in unserem irdischen Exil - dem Tal der Tränen, die Vereinigung mit Gott und das Bewusstsein der jenseitigen Welt zu erlangen.
Josés Reinheit zog die Liebe der reinsten unter allen Reinen, und der heiligsten unter allen Heiligen an - nämlich die Liebe der Allerheiligsten Herrin und Gottesgebärerin, der Immerjungfrau Maria.
Ihn suchte sie aus, um sich selbst in dieser sündigen Welt zu verherrlichen, und zwar mit einem Wunder, dass so groß und eindeutig war, dass es niemand leugnen konnte, egal wie sehr er es auch versuchen würde.
Die Begegnung mit der Ikone auf dem Athos
Nachdem die Gottesmutter José zur Orthodoxie geführt hatte und er schon viele Jahre Erfahrung im geistigen Kampf gesammelt hatte, führte sie ihn durch ihre Gnade an den Ort, der ihr geweiht ist, und den man auch ihren Garten nennt - den Garten der Gottesmutter - den Heiligen Berg Athos. Nach langen Wanderungen auf steilen Hügeln und Bergen des Athos führte ihn sein Weg in eine kleine Skite, die der Geburt Christi geweiht war. Hier sah er zum ersten Mal die Iveron-Ikone der Gottesmutter, welche man später die Ikone von Montreal (da Bruder José in Montreal lebte) oder die Ikone von Bruder José nennen sollte. Sein Herz wurde von Gnade erfüllt, und in diesem Moment begann eine Verbindung - die sich auf Erden fünfzehn Jahre - und jenseits des Grabes, bis in die Ewigkeit hin erstrecken sollte.
Auf wundersame Weise wurde Bruder José die Ikone auf Geheiß der Gottesmutter geschenkt, obwohl der Abt der Skite ihm zu Beginn die Ikone nicht einmal verkaufen wollte. Nun begann der Dienst von Bruder José an der zerstreuten und leidenden Herde Christi.
Jeden Tag entzündete José Kerzen und Öllampen vor der Ikone der Gottesmutter. Dreimal am Tag entzündete er Weihrauch und brachte der Gottesmutter auf diese Weise ein Opfer des Lobes dar. Jeden Abend rezitierte er den Akathist der Gottesmutter und viele andere Gebete, und es dauerte nicht lange, bis die Allerheiligste Mutter Gottes auf seine Liebe antwortete.
Die myronspendende Ikone von Montreal
Schon bald begann die Ikone, Myron abzugeben, dessen Duft die ganze Wohnung erfüllte. Auf wundersame Weise bildeten sich auf dieser Ikone, welche im Garten der Panagia (der Allerheiligsten) gemalt wurde, Tropfen von Öl, die einen solch wunderbaren Wohlgeruch abgaben, wie es keine Tausend Rosen zusammen tun konnten. Die unverwelkliche Rose, einer der Namen der Gottesmutter, zeigte Bruder José durch ihre Heilige Ikone ihre Anwesenheit und rief ihn dadurch dazu auf, ihrem Sohn und Seiner Heiligen Kirche zu dienen.
Schnell verbreitete sich die Nachricht über die wundertätige und myronspendende Ikone von Bruder José, und aus einigen Tropfen Myron wurden sehr schnell ganze Ströme. Zahlreiche Wunder körperlicher und geistiger Art geschahen vor diesem heiligen Bildnis, und das offenkundigste von ihnen war natürlich das Strömen des heiligen Myrons und die Bekehrung zahlreicher Sünder.
Wo sind die Atheisten und Materialisten, die alles leugnen, was nicht aus Fleisch und Blut ist? Wo sind die Existentialisten und die Skeptizisten, die nichts und niemand anerkennen, außer sich selbst? Was sagen solche Menschen bei solch einem Anblick? Natürlich nichts, denn wenn man etwas nicht widerlegen kann, dann versucht man es mit Schweigen zu begraben. Doch Fleisch und Blut können das Reich der Himmel nicht erben, und alles Schweigen der Welt kann dieses Wunder nicht verbergen, welches 15 Jahre lang auf der ganzen Welt zu sehen war.
Bruder José bereiste die ganze Welt mit dieser Ikone und besuchte Gemeinden in Amerika, Kanada, Südamerika, Europa und spendete durch seine Anwesenheit und durch die Anwesenheit der Himmelskönigin, allen orthodoxen Christen Trost, die in dieser gottlosen und barbarischen Gesellschaft, schon fast ihren Glauben verloren hätten.
Der Myronstrom der Ikone war so überreich, dass man mit ihm ganze Gefäße füllen konnte. Bei jedem Gottesdienst sammelte man mit Watte Myron von der Ikone ein und verteilte sie an die Gläubigen, die mit Dankbarkeit und Liebe dieses himmlische Geschenk der Gottesmutter entgegennahmen.
Natürlich konnte der Feind des Menschengeschlechts nicht für immer tatenlos dabei zusehen, wie das Weltbild der Gottlosen auf so offensichtliche Weise wie ein Kartenhaus zusammenbrach, und deshalb versuchte er auf vielfältige Weise den Hüter der heiligen Ikone aus dem Weg zu räumen.
Die letzte Reise und der Tod in Athen
1997 reiste Bruder José (ohne die Ikone) nach Griechenland, und erlebte heilige und gnadenerfüllte Tage, indem er viele Heiligtümer besuchte, Reliquien verehrte, und der Gottesmutter und unserem Herrn Jesus Christus für ihre Liebe gegenüber dem sündigen Menschengeschlecht dankte.
In der Nacht des 30. auf den 31. Oktober des Jahres 1997 - an dem Tag, der von der von Gott entfernten modernen Welt dem Teufel gewidmet wurde und an dem die ganze westliche und mittlerweile auch nicht westliche Welt, das dämonische Fest von Halloween feiert - wurde Bruder José, auf Anweisung des Teufels, von drei Männern in seinem Hotelzimmer auf brutale Weise ermordet. Man hielt ihn fest, fesselte ihn, schlug gnadenlos auf ihn ein und am Ende erdrosselte man ihn.
Auf diese Weise trug Bruder José Muñoz Cortéz - der Auserwählte der Gottesmutter, seinen letzten Kampf aus und errang den unverwelklichen Kranz eines Märtyrers. Nun vereint mit der Allerheilgsten Jungfrau und unserem Herrn und Gott, Jesus Christus, erfreut er sich am abendlosen Licht der Gottheit und betet unablässig für die Orthodoxen Christen und die ganze Welt.
Nach Bruder Josés Tod wurde die Spur der wundertätigen und myronspendenden Ikone von Montreal verloren, und nur der Herr weiß, wo sie sich heute befindet.
Die Iveron-Ikone von Hawaii
Doch 10 Jahre später, im Jahre 2007, fing eine andere Ikone der Gottesmutter an, auf dieselbe Weise Myron zu spenden wie die Ikone von Bruder José.
Dies geschah auf Hawaii, im Haus eines frommen Laien namens Nektarios Yangson, der mittlerweile auch Priester geworden ist. Ihm wurde eine kleine Ikone der Gottesmutter von Montreal zum Namenstag geschenkt - eine Ikone, die man in jedem Ikonenladen kaufen konnte.
Eines Tages bemerkte er einen Wohlgeruch in seinem Zimmer, und nach langer Suche fand er einen großen Fleck Myron unter seiner kleinen Montreal-Ikone der Gottesmutter. Die Nachricht verbreitete sich schnell und die Gottesmutter war wieder zu ihren Kindern der Orthodoxen Kirche zurückgekehrt - diesmal durch eine Ikone auf Hawaii. Fast 20 Jahre später (2026), bringt die Iveron-Ikone von Hawaii noch immer Myron hervor, und Vater Nektarios Yangson dient der Gottesmutter und unserem Herrn Jesus Christus im heiligen Priesteramt.
Bei einem Besuch von Vater Nektarios im Kloster der Heiligen Dreiheit in Jordanville, New York, wo der heilige Leib des Märtyrers Jose begraben liegt, strömte die Iveron-Ikone von Hawaii (die Vater Nektarios mitgebracht hatte), bei einer Totenandacht für Bruder José so viel Myron hervor, dass es in Strömen bis auf den Boden floss und alles durchnässte. Auf diese Weise zeigte die Gottesmutter am Grab von Bruder José ihr besonderes Wohlgefallen an ihrem heiligen und treuen Diener.
Ein Aufruf zum Gebet
Trotz allem hat sich das Leben der Orthodoxen Christen kaum verändert, und statt voranzuschreiten, wird unser heiliger Glaube und der Schatz der Heiligen Väter immer mehr und mehr verzerrt, bis am Ende nichts mehr übrig bleibt, bis auf die äußeren Rituale - wie ein toter Leib ohne Seele.
Wer weiß also, wie lange die Iveron-Ikone von Hawaii noch unter uns weilen wird, und wann der bösartige und menschenhassende Teufel zu seinem nächsten Angriff übergehen wird.
Mögen wir für alles bereit sein. Mögen wir uns im Gebet festigen und unsere Hoffnung auf den Herrn und die Allerheiligste Gottesgebärerin setzen. Mögen wir uns Beispiele an Menschen wie Bruder José und Vater Nektarios nehmen, die alles opfern, was sie haben, um dem Herrn, der ihnen das Leben geschenkt hat, zu dienen. Denn was könnten wir Dem Herrn schon geben, was wir nicht zuerst von ihm empfangen hätten?
Mögen wir darüber nachdenken und eine Entscheidung treffen.
Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich unser!
Allerheiligste Mutter Gottes, rette uns!
Heiliger Neumärtyrer José, bete zu Gott für uns!
Leserbeitrag von Michalis
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