Der heilige Kunibert von Köln: Bischof und Ratgeber fränkischer Könige

Der heilige Kunibert, Bischof von Köln, ließ der Überlieferung zufolge eine Kirche zu Ehren des heiligen Clemens errichten, die später seinen Namen erhielt. Foto: Ausschnitt aus einem Gemälde von Anton Woensam.
Die deutschsprachige orthodoxe Kirchengemeinde in Hannover, die zur Erzdiözese der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa gehört, widmet ihren neuen Beitrag vom 25. Oktober 2026 in der Instagram-Videoreihe über die Heiligen des ersten Jahrtausends der deutschen Lande dem heiligen Kunibert von Köln. Der im 7. Jahrhundert wirkende Bischof war ein enger Vertrauter des Frankenkönigs Dagobert I. und setzte sich für die kirchliche Entwicklung seines Bistums ein. Einer Überlieferung zufolge führte eine wundersame Erscheinung einer weißen Taube zur Entdeckung der Gebeine der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen.
Kunibert stammte aus einem fränkischen Adelsgeschlecht und wurde am Königshof erzogen. Später gehörte er dem Klerus von Trier an, wo er als Diakon eine leitende Stellung innehatte. Um das Jahr 623 wurde er zum Bischof von Köln geweiht und zählte bald zu den engsten Ratgebern König Dagoberts I. Als dieser seinen minderjährigen Sohn Sigibert III. als König von Austrasien einsetzte, übernahm Kunibert gemeinsam mit anderen die Mitregentschaft und die Erziehung des jungen Herrschers.
Der Bischof nahm an fränkischen Synoden teil und wirkte an der Gestaltung des kirchlichen und weltlichen Lebens im Frankenreich mit. Der Überlieferung nach erschien kurz nach seiner Bischofsweihe während einer Göttlichen Liturgie eine schneeweiße Taube. Sie ließ sich zunächst auf seinem Haupt nieder, umflog anschließend dreimal den Altar und verschwand dann. An der Stelle, an der sie sich niedergelassen hatte, ließ Kunibert nachgraben und entdeckte der Erzählung zufolge die Gebeine der heiligen Jungfrauen, darunter die Reliquien der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen.
Die Taube gilt in der christlichen Tradition als Zeichen des Heiligen Geistes und wird in Darstellungen des heiligen Kunibert häufig als Hinweis auf diese Überlieferung verwendet. In seinem Bistum förderte der Bischof den Kirchenbau und das klösterliche Leben. Der Überlieferung zufolge ließ er in Köln eine Kirche zu Ehren des heiligen Clemens errichten, die später seinen Namen erhielt. Dort wurde Kunibert nach seinem Tod am 12. November um das Jahr 663 bestattet.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass polnische Bischöfe die Lockerung des Abtreibungsrechts kritisiert hatten.
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