„Für den Feind zu beten, das ist der Gipfel der Tugend“

Erzpriester Matthias Zierenberg predigte über die Feindesliebe und das Gebet für diejenigen, die einem Böses tun. Archivfoto: Screenshot YouTube
In seiner Predigt am 18. Oktober 2026 hat Erzpriester Matthias Zierenberg von der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des heiligen Lubentius in Limburg zur selbstlosen Liebe und zur Feindesliebe aufgerufen. Ausgehend vom Evangelium nach Lukas (6,31–36) betonte er: „Feinde lieben, das ist neu, das ist anders.“ Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Christen seien dazu berufen, die selbstlose Liebe Christi in der Welt sichtbar zu machen. Liebe sei nicht bloß ein Gefühl, sondern bedeute, Verantwortung für den Mitmenschen zu übernehmen und dessen Heil im Blick zu behalten. „Wenn ihr die liebt, die euch lieben, das ist anständig. Das ist aber erstmal nicht spezifisch christlich“, erklärte Erzpriester Matthias Zierenberg. Die christliche Liebe zeige sich vielmehr darin, auch Menschen Gutes zu wünschen, die einem selbst Böses tun.
Anhand der Forderungen Jesu, die andere Wange hinzuhalten und demjenigen Gutes zu tun, der einem Böses zufügt, beschrieb der Priester neun Stufen auf dem Weg zur Vollendung der Tugend. Dieser Weg führe davon, Unrecht nicht mit weiterem Unrecht zu beantworten, über den Verzicht auf Hass bis hin zur Liebe zum Feind und zum Gebet für ihn. „Schließlich die neunte: selbst noch für den Feind zu beten. Das ist der Gipfel der Tugend“, sagte der Geistliche.
Als Vorbild verwies er auf Christus, der selbst am Kreuz für seine Peiniger gebetet habe: „Verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Auch Christen könnten diesem Beispiel folgen, wenn sie auf Christus blickten und ihn um Hilfe bäten. „Denken wir daran, unser Feind ist unser Bruder“, sagte Erzpriester Matthias Zierenberg. Dem Feind zu vergeben, könne helfen, ihn aus Zorn und Hass zu befreien. Ziel dieses Weges sei es, Gott ähnlich zu werden, der auch den Undankbaren und Bösen Güte erweise.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland mit einer Konferenz des 50. Todestags von Erzbischof Nikodim gedachte.
Lesen Sie auch
Archäologen finden Aquädukt, der den Tempelberg zur Zeit Christi versorgte
Archäologen haben einen 300 Meter langen Abschnitt des Unteren Aquädukts entdeckt, der den Tempelberg in Jerusalem rund 2000 Jahre lang mit Wasser versorgte.
Metropolit Grigorije zelebrierte Liturgien im renovierten Kloster Himmelsthür
Am Fest Mariä Schutz und am 20. Sonntag nach Pfingsten fanden im serbisch-orthodoxen Kloster Gottesdienste mit Metropolit Grigorije und Erzbischof Maxim von Los Angeles.
„Abend der jungen Talente“ in rumänisch-orthodoxer Pfarrei in Wien
Die Pfarrschule „St. Stephan der Große“ förderte mit einem musikalischen Abend die Talente von Kindern und Jugendlichen.
Petrus und Paulus: ein Streit um die Wahrheit des Evangeliums
Video von Photisis TV beleuchtet den antiochenischen Zwischenfall und erklärt, warum Paulus den Apostel Petrus öffentlich zurechtwies.
Dumenko zum deutschen Botschafter: Verbotsgesetz gilt nicht nur für UOK
Der Leiter der OKU, Epifanij Dumenko, traf den deutschen Botschafter Boris Ruge und sprach mit ihm über das Gesetz zu Beschränkungen für religiöse Organisationen.
CDU-Politikerin reichte Beschwerde gegen Böhmermann ein
Nach Äußerungen Jan Böhmermanns über Christus wirft die Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach dem ZDF vor, den christlichen Glauben herabzuwürdigen.