Diakon Igor Willimowski: „Prüfen wir, welche wahre Berufung wir haben“

Diakon Igor Willimowski predigte in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche in Krefeld über den großen Fischzug des Petrus und die Berufung zur Nachfolge Christi. Foto: Sreenshot YouTube
Am 11. Oktober 2026 predigte Diakon Igor Willimowski in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche zu Krefeld zum Evangelium vom Fischzug des Petrus (Lk 5,1–11). Der Geistliche stellte das Geschehen als Beispiel dafür dar, wie Christus Menschen aus ihrem gewohnten Leben herausruft und ihnen eine neue Berufung eröffnet. Die Gemeinde veröffentlichte die Ansprache auf ihrem YouTube-Kanal.
Diakon Igor Willimowski erinnerte daran, dass Menschen trotz beruflicher Erfolge, familiärer Verpflichtungen und eines scheinbar erfüllten Lebens nach einer tieferen Aufgabe suchen könnten. Petrus habe als erfahrener Fischer zunächst keinen Grund gehabt, nach einer erfolglosen Nacht erneut auf den See hinauszufahren. Dennoch habe er auf Christi Wort gehört und einen ungewöhnlichen Schritt gewagt. Der überreiche Fang sei zum Ausgangspunkt seiner Entscheidung geworden, Jesus nachzufolgen und eine neue Aufgabe zu übernehmen.
Die Berufung des Petrus zeige, so der Geistliche in seiner Predigt, dass die Nachfolge Christi über die alltägliche Arbeit hinausführen könne. Auch Christen seien aufgerufen, ihre Fähigkeiten zum Wohl anderer einzusetzen und sich in Kirche und Gemeinde einzubringen. Möglichkeiten dazu gebe es viele: von der Unterstützung älterer, kranker und bedürftiger Menschen über praktische Arbeiten in der Kirche und die Mitgestaltung von Veranstaltungen bis hin zur Katechese, zur Sonntagsschule und zum liturgischen Dienst als Lektor oder Sänger. Auch die Entscheidung für das Priestertum könne Ausdruck einer solchen Berufung sein.
Der Weg der Nachfolge sei nicht immer leicht und könne von Rückschlägen geprägt sein. Petrus habe sich zunächst seiner eigenen Sündhaftigkeit bewusst werden müssen, bevor er Christus nachfolgte. Daraus leitete der Geistliche die Aufforderung ab, Stolz, Egoismus und Selbstzufriedenheit zu überwinden, die eigenen Fähigkeiten für gute Taten einzusetzen und nach der persönlichen Berufung zu suchen. Habe man diese erkannt, gelte es, den Weg mit Gottes Hilfe zu gehen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass in Wien Jugendliche einen Gottesdienst mit „Allahu Akbar“-Rufen störten.
Lesen Sie auch
Der heilige Liudger war Missionar und erster Bischof von Münster
Die deutschsprachige orthodoxe Kirchengemeinde in Hannover stellt in ihrer Videoreihe die Heiligen der deutschen Lande vor.
Diakon Igor Willimowski: „Prüfen wir, welche wahre Berufung wir haben“
Die Geschichte vom Fischzug des Petrus zeigt, wie Gott Menschen dazu aufruft, vertraute Wege zu verlassen und ihre Fähigkeiten in den Dienst anderer zu stellen.
Wien: Jugendliche störten Gottesdienst mit „Allahu Akbar“-Rufen
Zwischenfall in einer Pfarrkirche: Der Pfarrer vermutete jugendlichen Übermut und erstattete keine Anzeige bei der Polizei.
Erzbischof Tichon beging seinen Namenstag mit einer Liturgie in Berlin
Der russisch-orthodoxe Administrator der Diözese zelebrierte in der Auferstehungskathedrale. Im Anschluss gratulierte er Protodiakon Vitalij Sadakov zum 60. Geburtstag.
Rumänisch-orthodoxe Pfarrersfrauen kamen zum Jahrestreffen nach Tübingen
Die Tagung der Gruppe „Maria Stăniloae“ widmete sich dem christlichen Frauenbild, der Gottesmutter und den heiligen Frauen.
Erzpriester Matthias Zierenberg: „Berufung ist die Veränderung unseres Lebens“
Predigt über den Fischzug des Petrus: Gottes Ruf verlangt immer neue Entscheidungen und die Bereitschaft, das eigene Leben an Christus auszurichten.