Wien: Jugendliche störten Gottesdienst mit „Allahu Akbar“-Rufen
Zwischenfall in einer Pfarrkirche: Der Pfarrer vermutete jugendlichen Übermut und erstattete keine Anzeige bei der Polizei.
In einer Wiener Pfarrkirche haben mehrere Jugendliche am Dienstag, dem 6. Oktober, einen Gottesdienst mit lauten „Allahu Akbar“-Rufen gestört. Wie das österreichische Nachrichtenportal OE24 berichtete, hörte der Geistliche zunächst Lärm und Gelächter, bevor die etwa 14- bis 15-Jährigen vom Eingangsbereich der Kirche aus die islamische Formel „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) riefen.
Nach kurzer Zeit verschwanden die Jugendlichen wieder. Der Pfarrer, der nach eigenen Angaben seit 20 Jahren vor Ort tätig ist, zeigte sich überrascht über den Vorfall. Eine unmittelbare Bedrohung habe nicht bestanden. Er vermutete deshalb jugendlichen Übermut und verzichtete auf eine Anzeige bei der Polizei. Den genauen Standort der Pfarrei wollte er aus Sicherheitsgründen nicht nennen.
Besonders irritiert zeigte sich der Seelsorger, weil seine Gemeinde seit 2015 muslimische Flüchtlinge unterstützt, unter anderem durch Deutschkurse, Hilfe bei Behördengängen und bei der Wohnungssuche. Ein Kollege aus einem anderen Wiener Bezirk habe ihm berichtet, dass vergleichbare Störungen dort inzwischen regelmäßig vorkämen. Der Pfarrer fragte sich, ob die Haltung der Jugendlichen durch die Schule, das familiäre Umfeld oder soziale Medien beeinflusst werde.
Die ÖVP-Nationalratsabgeordnete Gudrun Kugler verurteilte den Vorfall. Jeder Mensch müsse seinen Glauben in Österreich frei und ungestört ausüben können, unabhängig von der Religion. Die bewusste Störung eines Gottesdienstes und die Einschüchterung von Gläubigen überschritten eine klare Grenze, erklärte sie.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Porfirije die Liturgie im Sava-Kloster in Australien leitete.
