USA: Überlebende nach gescheiterter Hinrichtung aus Klinik entlassen

Symbolbild: Übung einer intravenösen Injektion an einem Trainingsmodell. Foto: U.S. Army / Cpl. Fallon Lewis (Public Domain).
Nach einer gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee ist die Überlebende aus dem Krankenhaus ins Gefängnis zurückgebracht worden. Die 50-jährige Christa Pike werde dort weiter medizinisch versorgt, berichtet evangelisch.de unter Berufung auf ihre Anwälte. Ob der Bundesstaat einen weiteren Hinrichtungsversuch unternimmt, ist bislang offen.
Am 30. September 2026 hatte Pike eine tödliche Injektion mit Pentobarbital erhalten. Sie atmete jedoch weiter; die Hinrichtung wurde abgebrochen. Anschließend kam sie mit schweren Verletzungen in eine Klinik. Nach Angaben ihrer Anwälte erlangte sie am 6. Oktober das Bewusstsein wieder. Ihre Genesung werde voraussichtlich lange dauern, berichtete ABC News.
Gouverneur Bill Lee setzte weitere Hinrichtungen bis Jahresende aus und veranlasste eine Untersuchung des Vorfalls. Pikes Verteidiger fordern, das Todesurteil in lebenslange Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung umzuwandeln.
Auch Bischöfe der Römisch-Katholischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika und der Episkopalkirche wandten sich mit dieser Forderung an den Gouverneur. In ihrem gemeinsamen Brief vom 1. Oktober baten sie darum, auf einen erneuten Hinrichtungsversuch zu verzichten. Jeder Mensch besitze als Ebenbild Gottes eine Würde, die auch eine schwere Schuld nicht auslöschen könne. Gerechtigkeit müsse nicht zu Rache werden, erklärten die Kirchenvertreter.
Die Bischöfe erinnerten zugleich an die ermordete Colleen Slemmer und das Leid ihrer Angehörigen. Ihr Appell schmälere weder die Schwere des Verbrechens noch die Verantwortung des Staates, Gewalttäter zur Rechenschaft zu ziehen. Pike wurde 1996 zum Tode verurteilt. Sie hatte am 12. Januar 1995 im Alter von 18 Jahren gemeinsam mit zwei weiteren Jugendlichen die 19-jährige Colleen Slemmer in Knoxville getötet. Beide besuchten das Berufsbildungsprogramm Job Corps.
Nach Angaben des Cornell Center on the Death Penalty Worldwide, das sich für ihre Begnadigung einsetzt, erlitt Pike bereits als Kind wiederholt sexuellen Missbrauch und körperliche Gewalt. Auch von Vergewaltigungen im Jugendalter berichtet das Zentrum unter Verweis auf Gutachten und Fallunterlagen. Pike habe die Verantwortung für ihre Tat übernommen; ihre Unterstützer führen die erlittene Gewalt als Argument für eine Umwandlung der Todesstrafe an.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Papst Leo XIV. die Todesstrafe als unzulässig bezeichnet hatte.
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