Erzpriester Matthias Zierenberg: „Die Einladung Gottes verpflichtet uns“

Erzpriester Matthias Zierenberg predigte in Limburg-Dietkirchen. Foto: Screenshot YouTube

Erzpriester Matthias Zierenberg predigte in Limburg-Dietkirchen. Foto: Screenshot YouTube

Eine Hochzeit sei für viele Menschen ein Höhepunkt ihres Lebens, sagte Erzpriester Matthias Zierenberg am Sonntag, dem 6. September 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen. Das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl (Mt 22,1-14) zeige jedoch eine noch größere Wirklichkeit: Gott habe den Menschen als sein Gegenüber geschaffen und wolle trotz dessen Abkehr weiterhin Gemeinschaft mit ihm haben. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Die Einladung Gottes bestehe von Anfang an und sei durch die Propheten, Johannes den Täufer und schließlich Christus selbst erneuert worden. Christus sei der Bräutigam, der alle Menschen zu sich rufe. Die Einladung zum Hochzeitsmahl sei dabei keine Einladung zu Mühsal und Anstrengung, sondern zu Freude und einem Fest, für das bereits alles vorbereitet sei, sagte Erzpriester Matthias Zierenberg.

Wer diese Einladung ablehne, bleibe nicht in einer neutralen Situation. Die im Gleichnis genannten Ausreden seien keine wirklichen Verhinderungen, sondern Ausdruck der Geringschätzung Gottes. Weltliche Beschäftigungen und Verpflichtungen dürften nicht über die geistlichen Belange gestellt werden.

Der Geistliche verwies in seiner Predigt zugleich auf die Berufung der Heiden: Nachdem die ursprünglich Eingeladenen das Hochzeitsmahl abgelehnt hätten, seien die Knechte ausgesandt worden, um alle Menschen einzuladen. Gott berufe damit auch diejenigen, die in den Augen der Welt gering seien. Die Einladung zum Hochzeitsmahl sei eine Berufung zum vollkommenen Leben.

Auch die heutigen Christen müssten sich fragen, warum sie die Einladung Gottes nicht immer ernst nähmen, sagte der Erzpriester. Ablenkung durch alltägliche Beschäftigungen, eine gottlose Umgebung und die Orientierung am Verhalten anderer könnten dazu führen, dass Menschen ihre geistliche Berufung vernachlässigten.

Besondere Bedeutung maß der Erzpriester dem Hochzeitskleid im Gleichnis bei. Dieses stehe für das Leben des Menschen und seine guten Werke. Die Berufung und Reinigung seien Werke der göttlichen Gnade, doch ob ein Mensch in dieser Berufung bleibe und sein Kleid reinhalte, hänge auch von seinem eigenen Eifer ab. Die empfangene Gnade müsse entsprechend beantwortet werden.

Der Prediger kritisierte, dass Menschen oft großen Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild legten, während das „geistliche Gewand“ vernachlässigt werde. Entscheidend sei jedoch die Sorge um die Seele und ein Leben, das von der Reinigung von Sünden und dem Streben nach dem Guten geprägt sei.

Zum Abschluss rief Erzpriester Matthias Zierenberg die Gläubigen auf: „Achten wir auf unser geistliches Hochzeitskleid.“ Das Ziel des christlichen Lebens sei nicht nur eine Erinnerung an ein vergangenes Fest, sondern die ewige Gemeinschaft mit Gott.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei in London predigte: „Wir können nicht so bleiben, wie wir vorher waren.“

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