Ansgar, der Apostel des Nordens, und sein unermüdlicher Missionseinsatz

Erzbischof-Ansgar-Statue auf der Trostbrücke in Hamburg. Foto: Oursana/Wikipedia

Erzbischof-Ansgar-Statue auf der Trostbrücke in Hamburg. Foto: Oursana/Wikipedia

Die deutschsprachige orthodoxe Kirchengemeinde in Hannover, die zum Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa gehört, hat auf Instagram eine Videoreihe über die deutschen Heiligen des ersten Jahrtausends gestartet. Nach der heiligen Afra in der ersten Folge widmet sich ein neuer Beitrag dem heiligen Ansgar, dem Erleuchter des Nordens.

Der heilige Ansgar, der um das Jahr 801 in der Picardie geboren wurde, gilt als einer der bedeutendsten Missionare Nordeuropas. Nach seiner Ausbildung im Kloster Corbie und später im Kloster Corvey an der Weser wurde er Mönch, Lehrer und Missionar. Er begleitete den getauften dänischen König Harald in den Norden und wurde später von Kaiser Ludwig dem Frommen nach Schweden gesandt.

Auf dem Weg nach Birka am Mälarsee wurden Ansgar und seine Begleiter von Piraten überfallen und ihres Besitzes beraubt. Dennoch setzte er seine Reise fort, predigte in Birka das Evangelium und wirkte am Aufbau einer christlichen Gemeinde. Im November 831 wurde er zum ersten Erzbischof von Hamburg geweiht.

Seine Missionsarbeit war jedoch von schweren Rückschlägen geprägt. Christen wurden in Dänemark verfolgt, und auch die Mission in Schweden erlitt schwere Verluste. Im Jahr 845 wurde die Hammaburg von Wikingern überfallen und zerstört. Ansgar musste fliehen und gelangte über Ramelsloh schließlich nach Bremen. Die Ereignisse bedeuteten einen schweren Rückschlag für seine Missionsarbeit.

In den folgenden Jahren wurde Ansgar mit dem Bistum Bremen betraut. Die Verbindung der kirchlichen Sitze von Hamburg und Bremen erfolgte schrittweise. Ansgar verlegte seinen Sitz nach Bremen, das fortan zum Mittelpunkt seiner weiteren Missionstätigkeit wurde.

Trotz zahlreicher Rückschläge setzte Ansgar seine Arbeit in Dänemark und Schweden fort, befreite Gefangene, unterstützte den Wiederaufbau kirchlicher Strukturen und verkündete weiterhin das Evangelium.

Nach seiner Entschlafung am 3. Februar 865 in Bremen wurde Ansgar als Apostel des Nordens verehrt. Die Gemeinde hebt in ihrem Beitrag besonders seine Beharrlichkeit hervor: Auch wenn seine Missionsarbeit nicht immer unmittelbaren Erfolg hatte, habe Ansgar nicht aufgehört, Christus in den Norden zu tragen.

Der heilige Ansgar lehre damit, dass Gottes Werk auch in Zeiten von Rückschlägen weitergehe und Treue sowie Überzeugung wichtiger seien als ein unmittelbarer sichtbarer Erfolg. Reliquien des Heiligen befinden sich heute unter anderem im St. Marien-Dom in Hamburg und in der dem heiligen Ansgar geweihten Kirche St. Ansgar und St. Bernhard, dem „Kleinen Michel“.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der Publizist Alexander Kissler den katholischen und evangelischen Kirchen eine „Unterwerfung“ unter den Islam vorwarf.

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