Publizist Alexander Kissler wirft Kirchen „Unterwerfung“ unter den Islam vor

Publizist Alexander Kissler kritisiert in seiner täglichen Videokolumne „Kissler Kompakt“ die aus seiner Sicht zunehmende „Unterwerfung“ und „Kapitulation“ der katholischen und evangelischen Kirchen im Umgang mit dem Islam. Foto: Screenshot YouTube/NIUS
In seiner werktäglichen Videokolumne „Kissler Kompakt“ auf der Nachrichtenplattform NIUS kritisiert der Publizist Alexander Kissler am 24. August 2026 den Umgang der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland mit dem Islam. Er spricht von „Unterwerfung“ und „Kapitulation“ und warnt davor, dass die Kirchen im Namen des interreligiösen Dialogs ihren eigenen christlichen Wahrheitsanspruch und Missionsauftrag preisgeben. Anlass ist unter anderem ein Beitrag des katholischen Theologen Marko Kuhn im SWR-Kulturformat „Wort zum Tag“.
Der renommierte Buchautor und Journalist Alexander Kissler, der vor seinem Wechsel zu NIUS unter anderem für NZZ, Cicero, Focus, Süddeutsche Zeitung und FAZ tätig war, kritisiert eine aus seiner Sicht zunehmende Anpassung der katholischen und evangelischen Kirchen an den Islam. Zwar sei es selbstverständlich möglich, Muslimen zu religiösen Festen zu gratulieren. Problematisch werde es jedoch, wenn unter dem Begriff des Dialogs das eigene christliche Bekenntnis zurücktrete. „Oft aber sagen die Kirchen Dialog und meinen den Verzicht auf das eigene Bekenntnis“, sagt Kissler. Er spricht in diesem Zusammenhang von „Unterwerfung“ und wirft den Kirchen vor, Toleranz zu propagieren, dabei aber zunehmend auf den eigenen Wahrheitsanspruch zu verzichten.
Konkret bezieht sich Kissler auf den Beitrag „Kirche auf Messers Schneide“ des katholischen Theologen Marko Kuhn, der am 15. August 2026 im SWR-Format „Wort zum Tag“ ausgestrahlt wurde. Kuhn berichtet darin von seinen Erfahrungen bei einem Seminar in der kenianischen Küstenstadt Malindi. Nach Kisslers Darstellung vertritt Kuhn die Auffassung, Christen sollten Muslime nicht zum christlichen Glauben bekehren, sondern im Dialog dazu beitragen, dass sie „bessere Muslime“ werden. Kuhn betont zugleich, Christen sollten im Dialog zu besseren Christen und Muslime zu besseren Muslimen werden und einander besser verstehen, ohne den jeweils anderen überzeugen oder bekehren zu wollen.
Kissler sieht darin einen fundamentalen Widerspruch zum christlichen Missionsauftrag. Eine Kirche, die ihren Auftrag ernst nehme, müsse nach seiner Auffassung den christlichen Glauben auch Muslimen verkünden. Er verweist auf den neutestamentlichen Auftrag, „alle Menschen zu Jüngern“ zu machen. Wenn die Kirche dagegen akzeptiere, dass Muslime Muslime bleiben und lediglich „bessere Muslime“ werden sollen, bedeute dies für Kissler eine „Kapitulation“ vor dem eigenen Verkündigungsanspruch.
Auch das 2019 von Papst Franziskus und dem Großimam von Al-Azhar in Abu Dhabi unterzeichnete „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen“ ordnet Kissler in diese Entwicklung ein. Kritisch sieht er insbesondere die Aussagen über religiöse Vielfalt und die Feststellung, Gott habe den religiösen Pluralismus gewollt. Auch die im Dokument enthaltene Forderung, im Dialog „unnütze Diskussionen“ zu vermeiden, bewertet er als problematisch. Aus seiner Sicht werden dadurch die Unterschiede zwischen den Religionen nicht mehr benannt, obwohl gerade diese für die christliche Mission von Bedeutung seien.
Kisslers Fazit fällt entsprechend scharf aus. Die beiden großen Kirchen in Deutschland würden im Namen des Dialogs ihren eigenen Auftrag zurücknehmen und damit einen „Abschied vom Christentum im Namen der Kirche“ vollziehen. Er spricht von einer „verzagten, feigen, unterwürfigen Kirche“, die ihre eigene Abschaffung betreibe. Der interreligiöse Dialog dürfe aus seiner Sicht nicht dazu führen, dass das Christentum seinen Wahrheitsanspruch und seinen Missionsauftrag aufgebe.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Bauarbeiten für die rumänisch-orthodoxe Kirche in Düsseldorf begonnen haben.
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