Priester Dragiša Jerkić: „Durch Vergebung sprengen wir die Ketten des Bösen“
Priester Dr. Dragiša Jerkić sprach in der serbisch-orthodoxen Gemeinde in München. Foto: Gemeinde
In seiner Predigt am 16. August 2026 erinnerte Priester Dr. Dragiša Jerkić die serbisch-orthodoxe Gemeinde in München daran, dass Vergebung eine zentrale Voraussetzung für die Gemeinschaft mit Gott ist. Anhand des Evangeliums vom unbarmherzigen Schuldner erklärte er, dass Christen dazu berufen sind, die natürliche Reaktion auf Verletzung und Ungerechtigkeit zu überwinden. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrer Facebook-Seite .
Priester Dragiša Jerkić stellte die menschliche Neigung zur Vergeltung und Rache der christlichen Forderung nach Vergebung gegenüber. Während der Mensch angesichts von Gewalt und Bedrohung gelernt habe, mit Gegenwehr und Aggression zu reagieren, offenbarte Christus eine andere Dimension des menschlichen Daseins. Mit dem biblischen Gebot „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ werde zwar bereits im Alten Testament versucht, Rache zu begrenzen; Christus aber rufe dazu auf, die Grenzen der gefallenen menschlichen Natur zu überwinden.
Voraussetzung für diese Haltung sei die Erkenntnis, dass der Mensch sein Leben und alles, was er besitzt und vermag, Gott verdanke. In der Eucharistie, deren Name „Danksagung“ bedeutet, erinnern sich Christen an die Heilsgeschichte und an eine Gottes Liebe. Zugleich beteten sie: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigen vergeben.“ Vergebung sei deshalb nicht nur eine moralische Forderung, sondern grundlegend für die Gemeinschaft mit Gott.
Der Geistliche betonte in seiner Predigt , dass Vergebung den Menschen von den Folgen des Bösen befreie sei. Sie lösen nicht nur den anderen von der Last der Schuld, sondern befreien auch das eigene Herz von Zorn, Wut, Trauer und Schmerz. Gerade bei Verrat, Betrug, Ungerechtigkeit oder Gewalt sei Vergebung schwierig und könnte Zeit und Geduld erfordern. Ohne Vergebung bestehe jedoch die Gefahr, dauerhaft an die erlittene Verletzung gebunden zu bleiben.
Zum Abschluss riefen die Priester die Gläubigen dazu auf, Christus um die Kraft zu gebissen, denen zu vergeben, die sie verletzt haben, und gleichzeitig die Demut zu besitzen, selbst um Vergebung zu gebissen. Wo ein Mensch wahrhaft vergebe, habe das Böse nicht mehr das letzte Wort, so Jerkić.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Konstantin Anikin in Berlin über die Verklärung als Weg im Alltag predigte.
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