Patriarch Porfirije: „Das Reich Gottes ist Vergebung“
Patriarch Porfirije rief in seiner Predigt dazu auf, die von Gott empfangene Vergebung durch eigene Barmherzigkeit und die Bereitschaft zur Versöhnung mit den Mitmenschen weiterzugeben. Foto: Patriarchat
Der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije hat am Sonntag, 16. August 2026, die Heilige Liturgie in der Kirche des Heiligen Sava im Belgrader Stadtteil Vračar zelebriert. In seiner Predigt zum Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht (Mt 18,23–35) rief er dazu auf, die Vergebung Gottes im eigenen Umgang mit den Mitmenschen wirksam werden zu lassen. Das Patriarchat veröffentlichte die Predigt auf seiner Webseite.
Patriarch Porfirije betonte, das Reich Gottes sei keine ausschließlich zukünftige Wirklichkeit. Es sei bereits in der Geschichte gegenwärtig, insbesondere in der Kirche und in der Heiligen Liturgie. Deshalb könne das christliche Leben nicht auf den sonntäglichen Gottesdienst beschränkt werden. Ob ein Mensch tatsächlich am Reich Gottes teilhabe, zeige sich vielmehr im Alltag und insbesondere in seinen Beziehungen zu anderen Menschen, die als Ebenbilder Gottes zu achten seien.
Ausgehend vom Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht erinnerte der Patriarch daran, dass jeder Mensch bei Gott in Schuld stehe, weil alles, was er besitze und sei, ein Geschenk der göttlichen Liebe sei. Gott sei jedoch bereit, die Schuld des Menschen zu vergeben. Das komme auch im Vaterunser zum Ausdruck: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben.“ Die göttliche Vergebung müsse daher im Leben des Menschen sichtbar werden, indem auch er seinen Mitmenschen vergebe – gerade dann, wenn ihm tatsächlich Unrecht widerfahren sei.
Patriarch Porfirije warnte davor, Gottes Vergebung anzunehmen, ohne selbst barmherziger zu werden. Stolz, Eitelkeit und fehlende Barmherzigkeit zeigten, dass die empfangene Vergebung noch keine Veränderung des Herzens bewirkt habe. „Das Reich Gottes ist Vergebung, das Reich Gottes ist Versöhnung, das Reich Gottes ist Liebe“, sagte der Patriarch. Er schloss mit dem Gebet, dass die Gläubigen nicht wie der unbarmherzige Knecht handeln, sondern allen Menschen vergeben und so die Liebe und Barmherzigkeit Gottes widerspiegeln mögen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Slobodan Tijanić in Frankfurt predigte: „Alles wird der Mensch vergeben, wenn Freude in seiner Seele ist.“
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