„Den Glauben an Christus und seine Allmacht zu finden, ist ein Prozess“

Erzpriester Matthias Zierenberg predigte in Limburg-Dietkirchen. Foto: Gemeinde

Erzpriester Matthias Zierenberg predigte in Limburg-Dietkirchen. Foto: Gemeinde

Erzpriester Matthias Zierenberg hat am Sonntag (9. August 2026) in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen über das Evangelium von der Heilung eines Fallsüchtigen (Mt 17,14–23) gepredigt. Dabei hob er hervor, dass der Glaube kein einmaliger Zustand, sondern ein Weg der geistlichen Reifung sei. „Den Glauben an Christus und seine Allmacht zu finden ist ein Prozess. Der Glaube muss wachsen“, sagte der Geistliche. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Ausgehend vom Bild des Senfkorns erklärte Erzpriester Matthias Zierenberg, schon ein kleiner, echter Glaube besitze eine außergewöhnliche Kraft. Christus habe mit der Heilung des besessenen Knaben nicht nur seine göttliche Vollmacht offenbart, sondern den Menschen Hoffnung schenken wollen. „Der Teufel wird unruhig in der Gegenwart Jesu“, sagte der Erzpriester. Christus bedrohe den Teufel, „damit der Mann Hoffnung hat, dass Jesus ihm helfen kann, helfen wird“, wodurch dessen Glaube gestärkt werde.

Der Geistliche verwies in seiner Predigt darauf, dass die Jünger ihre Schwäche eingestanden hätten und gerade diese Demut Voraussetzung für geistliches Wachstum gewesen sei. Der Vater des kranken Jungen habe mit den Worten „Herr, hilf meinem Unglauben“ erkannt, dass der Glaube eine Gabe Gottes sei, um die der Mensch bitten müsse. Zugleich unterstrich der Prediger die Verantwortung jedes Christen für die Folgen seines Unglaubens.

Abschließend bezeichnete der Erzpriester Gebet und Fasten als unverzichtbare Mittel im geistlichen Kampf. Fasten sei eine Übung, um Gott die Bereitschaft zur Umkehr zu zeigen, während das Gebet den Glauben vertiefe und den Menschen auf das eigentliche Ziel ausrichte: die Auferstehung und das ewige Leben in Christus.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die Orthodoxe Theologische Fernschule in Krefeld erstmals einen Ausbildungsgang für angehende Geistliche startet.

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