ROKA gründet theologisches Institut in Europa und startet Russischkurse

Das neue theologische Institut und Priesterseminar wird dem heiligen Johannes von Shanghai und San Francisco gewidmet. Foto: ROKA

Die Bischofssynode der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) hat die Gründung eines russischsprachigen theologischen Instituts und Priesterseminars in Europa beschlossen. Das dem heiligen Johannes von Shanghai und San Francisco gewidmete Institut soll im Herbst 2027 den Lehrbetrieb aufnehmen. Bereits ab September 2026 werden vorbereitende Russischkurse mit theologischer Ausrichtung angeboten, wie die deutsche ROKA-Diözese am 7. August 2026 auf ihrem Telegram-Kanal mitteilte.

Das neue Institut wird von den beiden europäischen Diözesen der ROKA, der von Deutschland und der von Großbritannien und Westeuropa, getragen und versteht sich als Erweiterung und Ergänzung des traditionsreichen englischsprachigen Priesterseminars in Jordanville (USA). Angeboten werden theologische Ausbildungsprogramme sowohl für angehende Priester als auch für interessierte Laien.

Zur sprachlichen Vorbereitung beginnt im September 2026 ein online über Zoom angebotenes Russischprogramm. Der Unterricht richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene der Niveaustufen A1, A2 und B1 und vermittelt Russisch als Fremdsprache mit besonderem Schwerpunkt auf theologischen Fachbegriffen.

Der A1-Kurs dauert sechs Monate mit 96 Unterrichtseinheiten (zweimal 90 Minuten pro Woche), der A2-Kurs ebenfalls sechs Monate mit 144 Unterrichtseinheiten (dreimal 90 Minuten pro Woche) und der B1-Kurs sieben Monate mit 168 Unterrichtseinheiten (dreimal 90 Minuten pro Woche). Anmeldungen und weitere Informationen zu den Kursen bei Yana Shchanova, E-Mail: school@zlat.spb.ru.

Für Interessenten in deutscher Sprache verwies die ROKA zugleich auf die Orthodoxe Ausbildungseinrichtung an der Universität München sowie auf die mit dem Segen von Erzbischof Tichon von Rusa der Russischen Orthodoxen Kirche arbeitende Orthodoxe Theologische Fernschule, die ebenfalls eine Erweiterung ihres Programms plant. Die Bischöfe der beiden russisch-orthodoxen Diözesen in Deutschland stünden im Austausch, um die theologische Bildung weiter auszubauen.

Der Schutzpatron des neuen theologischen Instituts, der heilige Johannes von Shanghai und San Francisco (1896–1966), mit bürgerlichem Namen Michail Maximowitsch, wirkte als Bischof der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland unter anderem in Shanghai, Westeuropa und San Francisco. Er setzte sich besonders für Flüchtlinge, Waisen und Bedürftige ein und wird wegen seines asketischen Lebens und zahlreicher ihm zugeschriebener Wunder hoch verehrt. Die ROKA sprach ihn 1994 heilig; sein Gedenktag wird am Samstag begangen, der dem 2. Juli am nächsten liegt.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der Priestermönch Savatie Baștovoi sein Weihejubiläum mit zahlreichen Gläubigen beging.

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