Religionsunterricht in Österreich bleibt trotz Debatten fest verankert
Religionsunterricht bleibt nach Darstellung von Priester Cătălin Florin Soare ein fester Bestandteil des österreichischen Schulsystems. Symbolfoto: Freepik
Der rumänisch-orthodoxe Priester Cătălin Florin Soare aus St. Pölten hat vor dem Hintergrund jüngster Kontroversen die rechtliche Lage des Religionsunterrichts in Österreich erläutert. Nach seiner Darstellung bleibt der konfessionelle Religionsunterricht ein fester Bestandteil des öffentlichen Schulwesens und wird vom Staat weiterhin unterstützt. Dies legte er in einer am 31. Juli 2026 auf der Webseite der Metropolie veröffentlichten Analyse dar.
Der Autor beschreibt den Religionsunterricht als Pflichtfach für Schülerinnen und Schüler anerkannter Religionsgemeinschaften bis zur 8. Schulstufe, sofern keine fristgerechte Abmeldung erfolgt. Ab der Oberstufe ist für Schüler ohne Religionsunterricht der Ethikunterricht verpflichtend. Auch gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaften wie die orthodoxen Kirchen organisieren ihren Unterricht eigenständig und entsenden entsprechend autorisierte Lehrkräfte.
Für den orthodoxen Religionsunterricht verweist der Geistliche auf den deutlichen Ausbau seit den 1990er-Jahren. Heute unterrichten mehr als 200 Lehrkräfte über 25.000 orthodoxe Schülerinnen und Schüler an mehr als 1.000 Schulen in Österreich. Angesichts steigender Schülerzahlen bestehe jedoch weiterhin Bedarf an zusätzlichen Religionslehrern.
In seinem Fazit betont der Autor, dass alle gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften in Österreich unabhängig von ihrer Größe die gleichen Rechte genießen. Trotz wiederkehrender Forderungen nach einer Einschränkung des Religionsunterrichts oder der Entfernung von Kreuzen aus Klassenzimmern sei das bestehende System rechtlich abgesichert. Die aktuellen Schülerzahlen wertet er zudem als Hinweis darauf, dass die große Mehrheit weiterhin am Religionsunterricht teilnimmt.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Theophilos III. eine Pilgergruppe aus der deutschen ROKA-Diözese unter Leitung von Metropolit Mark empfing.
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