DOM-Gesellschaft lädt zur Tagung über die Beichte nach Unterufhausen ein

Die sechste Spätsommertagung der DOM-Gesellschaft findet in der Verkündigungs-St.-Justin-Einsiedelei in Eiterfeld-Unterufhausen statt. Foto: Kloster Unterufhausen

Die „Deutschsprachige Orthodoxie in Mitteleuropa – Gesellschaft zu Ehren des Heiligen Erzengels Michael e.V.“ (DOM-Gesellschaft) veranstaltet vom 18. bis 20. September 2026 ihre sechste Spätsommertagung in der Verkündigungs-St.-Justin-Einsiedelei in Eiterfeld-Unterufhausen. Unter dem Titel „Die Beichte – Umgeisten zwischen Routine, Scham und Schuld(gefühlen)“ befassen sich Geistliche verschiedener orthodoxer Diözesen mit dem Sakrament der Beichte und dessen Bedeutung für das geistliche Leben. Die Gesellschaft veröffentlichte die Einladung auf ihrer Webseite.

Die öffentliche Tagung richtet sich an alle Interessierten und versteht sich als Beitrag zur Vertiefung orthodoxen Glaubenslebens in einer zunehmend säkularen Gesellschaft. Aufbauend auf den Themen der vergangenen Jahre – darunter Orthodoxie in der pluralistischen Gesellschaft, Integration von Konvertiten, Glaubensweitergabe an Kinder, asketisches Leben und Fragen der modernen Medizin – rückt die diesjährige Veranstaltung die geistliche Bedeutung von Scham, Sünde, Reue, Buße, Sühne und Metanoia in den Mittelpunkt. Ziel ist es, die Beichte sowohl theologisch als auch praktisch aus unterschiedlichen pastoralen und monastischen Perspektiven zu beleuchten.

Zum Auftakt am Freitag, 18. September, eröffnen Schima-Archimandrit Justin (Rauer) und der Vorsitzende der DOM-Gesellschaft, Erzpriester Stefan Anghel, die Tagung. Anschließend spricht Erzpriester Dimitri Svistov (Saarbrücken) über die Bedeutung kirchlicher Epitimien für Beichte und Umkehr, bevor Erzpriester Vladyslav Dikhanov (Laar) das Verhältnis von Beichte und Buße erläutert. Der erste Tag endet nach dem gemeinsamen Abendessen mit der Vesper.

Der Samstag beginnt nach dem Frühstück mit einem Vortrag von Bischof Hiob von Stuttgart über den geistlichen Weg vom Beichtkind zum geistlich reifen Christen. Erzpriester Mihail Rahr (Weimar) behandelt anschließend die Frage, ob die Beichte ein eigenständiges Mysterium oder eine verpflichtende Voraussetzung für den Empfang der Heiligen Kommunion ist, und plädiert für eine zeitgemäße Anpassung der Praxis.

Nach dem Mittagessen spricht Erzpriester Stefan Anghel (Offenbach) über Chancen und Risiken der Unterscheidung zwischen Beichtvätern und geistlichen Vätern. Es folgen ein Vortrag von Erzpriester Alexej Rodionov (Frankfurt) über das Verständnis der Buße bei den heiligen Vätern sowie den Unterschied zwischen Demut und Selbsterniedrigung und ein Beitrag von Priester Ispas Ruja (Dortmund) über die besonderen seelsorgerlichen Herausforderungen der Beichte im Krankenhaus und am Lebensende. Den Abschluss des Tages bildet die gemeinsame Vesper.

Am Sonntag beginnt die Tagung mit der Göttlichen Liturgie nach dem Ritus des heiligen Johannes Chrysostomos. Nach dem Mittagessen spricht Hieromonach und Psychiater Athanasie Ulea (München) über gute und schlechte Formen von Selbsthass sowie über hilfreiche und belastende Schuld- und Schamgefühle. Anschließend stellt Nonne Andrea monastische Perspektiven auf die Beichte vor. Den Abschluss bildet ein Akathistos zum heiligen Erzengel Michael, bevor die Teilnehmer ihre Heimreise antreten.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die Referenten aus den in Deutschland beheimateten russischen, rumänischen und serbischen orthodoxen Diözesen stammen und über langjährige seelsorgerliche Erfahrung verfügen. Wie bei den bisherigen Tagungen sollen neben den Vorträgen ausführliche Diskussionen, persönliche Begegnungen und die Anbahnung gemeinsamer Projekte im Mittelpunkt stehen. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten der Klosterküche ist die Teilnehmerzahl auf 70 Personen beschränkt. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg in Limburg das Evangelium vom sinkenden Petrus als Glaubensschule deutete, in der Christus seine Jünger Schritt für Schritt zur Erkenntnis seiner Gottheit und zu einem reifen Vertrauen führt.

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