Priestermönch Nil Lazarenco erläuterte geistliche Lehre des heiligen Sophronius von Essex

Priestermönch Nil Lazarenco sprach bei der Theologischen St.-Justin-Konferenz im serbisch-orthodoxen Kloster Geilnau an der Lahn über die geistliche Lehre des heiligen Sophronius von Essex. Foto: Screenshot YouTube

Bei der Theologischen St.-Justin-Konferenz am 14. und 15. Juli 2026 im serbisch-orthodoxen Kloster Geilnau an der Lahn hat Priestermönch Nil Lazarenco die geistliche Lehre des heiligen Sophronius (Sofronij) von Essex vorgestellt. Im Mittelpunkt des Vortrags stand die schrittweise Entwicklung des geistlichen Lebens mit dem Ziel der Vergöttlichung (Theosis). Das Kloster veröffentlichte den Vortrag nach der Konferenz auf seinem YouTube-Kanal.

Ausgehend vom Leben des heiligen Sophronius von Essex (1896–1993) zeichnete der Referent dessen geistlichen Werdegang nach. Er erinnerte an dessen Herkunft als Sergej Sacharow in Moskau, seine Zeit als Künstler in Paris, seine Bekehrung, das Mönchsleben auf dem Berg Athos unter dem heiligen Starez Siluan sowie die spätere Gründung des Klosters des heiligen Johannes des Täufers in England.

Da der Heilige seine geistliche Lehre nicht in einer systematischen Gesamtdarstellung hinterlassen habe, ordnete der Referent deren zentrale Gedanken zu einem aufeinander aufbauenden geistlichen Weg. Dieser führe den Menschen durch das Zusammenwirken der menschlichen Freiheit und der Gnade des Heiligen Geistes zur Theosis, also zur immer vollkommeneren Ähnlichkeit mit Christus.

Zu den einzelnen Etappen zählten unter anderem der Glaube an die Gottheit Christi als Fundament des geistlichen Lebens, das Gedenken des Todes und die Gottesfurcht, Bruder- und Nächstenliebe, der Gehorsam aus Liebe, das Gebet bis hin zum „hypostatischen Gebet“ und zum Gebet für die ganze Welt sowie die Demut als Grundlage des asketischen Lebens. Auch die Erfahrung der Gottverlassenheit und des geistlichen Schmerzes wurde als Weg zu einer tieferen Christusähnlichkeit behandelt.

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Priestermönch Nil Lazarenco Fragen der Teilnehmer. Dabei ging es unter anderem um den Weggang des heiligen Sophronius vom Berg Athos sowie um dessen Verständnis der „Person“ beziehungsweise „Hypostase“ als Ziel der geistlichen Reifung des Menschen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg in Limburg das Evangelium vom sinkenden Petrus als Glaubensschule deutete, in der Christus seine Jünger Schritt für Schritt zur Erkenntnis seiner Gottheit und zu einem reifen Vertrauen führt.

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