UNESCO nahm biblisches Samaria trotz israelischer Proteste in Welterbeliste auf
Sebastian im Westjordanland. Foto: catholicnews
Das palästinensische Dorf Sebastia im Westjordanland, das mit dem biblischen Samaria identifiziert wird, wurde in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen, ungeachtet scharfer Kritik von Seiten Israels. Darüber berichtet die UNESCO-Website.
Der Beschluss wurde am 24. Juli 2026 auf der Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO in Busan, Südkorea, gefasst. Sebastia wurde sogleich in die Hauptliste und in die Liste des gefährdeten Welterbes eingetragen, wobei ein beschleunigtes Verfahren zur Anwendung kam, das gewöhnlich für Denkmäler verwendet wird, die durch Naturkatastrophen oder bewaffnete Konflikte in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Die Organisation erklärte das beschleunigte Verfahren damit, dass die Denkmäler weltweit zahlreichen Krisen ausgesetzt seien, darunter bewaffnete Konflikte, die ernsthafte Bedrohungen für das Erbe darstellten. Am selben Tag erhielten auch fünf mittelalterliche Burgen in der libanesischen Region Dschebel Amel den Status gefährdeter Objekte.
Israel nannte den Beschluss politisiert. Das Außenministerium des Landes beschuldigte die palästinensische Delegation, die Lage einseitig als Notstand dargestellt zu haben, und erklärte, der Beschluss sei darauf gerichtet, die jüdische und christliche Geschichte Sebastias auszulöschen. Die palästinensische Seite hingegen nannte die Eintragung in die Liste eine Belohnung für die Bewohner des Dorfes, die das Denkmal über Jahrzehnte hinweg den Einschränkungen zum Trotz bewahrt hätten. Den Angaben der UNESCO zufolge wird die Unversehrtheit des Objekts durch die geplante Enteignung von Land zur Einrichtung des Nationalparks „Samaria“ bedroht, der das Territorium des Denkmals zerteilen könnte.
Sebastia ist bereits seit etwa drei Jahrtausenden besiedelt und war im Altertum die Hauptstadt des nördlichen Königreiches Israel. Der christlichen und muslimischen Überlieferung zufolge befindet sich hier zudem das Grab Johannes' des Täufers. Den Antrag auf Eintragung des Denkmals in die UNESCO-Liste hatte die palästinensische Seite erstmals 2012 gestellt.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass die ukrainische SOK-Gemeinde in Bosnien das Fest des heiligen Wladimir gefeiert hatte.
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