Warum Theologie studieren? Saint-Serge-Institut eröffnet akademisches Jahr mit Konferenz

Mit einer internationalen Eröffnungskonferenz stellt das Saint-Serge-Institut in Paris die Frage nach der Bedeutung der Theologie in Kirche, Wissenschaft und Gesellschaft in den Mittelpunkt des akademischen Jahres 2026/27. Archivfoto: Institut Serge

Das orthodoxe Saint-Serge-Institut in Paris eröffnet das akademische Jahr 2026/27 mit einer internationalen Studientagung zum Thema „Warum heute Theologie studieren?“. Die Konferenz will aus ökumenischer Perspektive der Frage nachgehen, welche Bedeutung die Theologie in einer zunehmend säkularen Gesellschaft besitzt und wie sie ihren Platz zwischen akademischer Forschung und kirchlichem Leben behaupten kann, wie das Institut auf seiner Webseite mitteilte.

Am Freitag, 11. September 2026, veranstaltet das Saint-Serge Orthodoxe Theologische Institut von 9.30 bis 18 Uhr in Paris sowie online seine traditionelle Eröffnungskonferenz zum Studienbeginn. Organisiert wird die Veranstaltung gemeinsam mit dem Dumitru-Stăniloae-Zentrum für orthodoxe Studien und Forschung in Paris sowie dem Orthodoxen Theologischen Institut Apostel Paulus in Brüssel.

Im Mittelpunkt steht die Frage, warum das Studium der Theologie heute noch notwendig ist. Die Veranstalter verweisen darauf, dass die Theologie eine besondere Doppelrolle einnehme: Einerseits sei sie eine wissenschaftliche Disziplin mit den Anforderungen akademischer Forschung, andererseits bleibe sie untrennbar mit dem Leben der Kirche, ihrer Überlieferung und ihrem geistlichen Auftrag verbunden. Daraus ergäben sich grundlegende Fragen nach dem Verhältnis von wissenschaftlicher Freiheit und kirchlicher Verantwortung, nach der Aufgabe des Theologen in Kirche und Öffentlichkeit sowie nach dem Beitrag der Theologie zur Bewältigung aktueller gesellschaftlicher und ethischer Herausforderungen.

Vor dem Hintergrund von Säkularisierung, kulturellen Umbrüchen und Veränderungen in der Hochschullandschaft wollen die drei Partnerinstitutionen einen Raum für Reflexion, Begegnung und ökumenischen Dialog schaffen. Geplant sind Fachvorträge, Podiumsdiskussionen und Gespräche mit Referenten. Diskutiert werden unter anderem die Eigenständigkeit der Theologie gegenüber anderen Wissenschaften, ihr Verhältnis von Wissenschaft, Weisheit und Gottesdienst sowie ihre Bedeutung für das Leben der Gläubigen und der Kirche. Auch die Frage, welchen Beitrag die Theologie zum Verständnis der großen Herausforderungen der Gegenwart leisten kann, soll im Mittelpunkt stehen.

Das detaillierte Programm sowie Informationen zur Anmeldung sollen in Kürze auf der Internetseite des Instituts veröffentlicht werden.

Das Institut Saint-Serge, 1925 gegründet und Teil der Erzdiözese der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa, gilt als bedeutendste orthodoxe Bildungseinrichtung der Region. Unter der neuen Präsidentschaft von Christophe Levalois setzt es seine hundertjährige Tradition theologischer Forschung und ökumenischer Zusammenarbeit fort. Mit rund 250 Studierenden im Studienjahr 2025/26 bleibt das Institut ein wichtiger akademischer Bezugspunkt für die orthodoxe Theologie in Westeuropa.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei von London am Gedenktag der heiligen Zarenfamilie deren bleibendes Glaubenszeugnis würdigte und zu einem kompromisslosen Leben in Christus aufrief.

Lesen Sie auch

Patronatsfest in Karlshorst: Predigt hob Demut und geistliche Würde hervor

Erzbischof Tichon von Rusa feierte die Göttliche Liturgie zum Gedenktag der Auffindung der Reliquien des heiligen Sergius von Radonesch – Priester Oleg Beltek predigte über den bekannten Abt

Fahnenmast mit Regenbogenflagge vor Mannheimer Kirche abgesägt

58-jähriger Mann nach Absägen eines Fahnenmasts vor der katholischen Kirche St. Sebastian als Tatverdächtiger ermittelt

Unbekannte verwüsten katholische Kirche in Kelheim

Die Polizei ermittelt wegen einer Sachbeschädigung in einem katholischen Gotteshaus und bittet um Zeugenhinweise.

Warum Theologie studieren? Saint-Serge-Institut eröffnet akademisches Jahr mit Konferenz

Orthodoxe Bildungseinrichtungen aus Paris und Brüssel widmen sich im September der Rolle der Theologie zwischen Wissenschaft, kirchlicher Tradition und gesellschaftlicher Verantwortung

In Österreich riefen Linke und Muslime zu Protesten gegen Kopftuchverbot auf

Linke Initiativen, Menschenrechtsorganisationen und muslimische Aktivisten kritisieren das neue Gesetz als diskriminierend.

Phanar-Gemeinde in New York veranstaltet Abendessen für Selenskyj

Die griechisch-orthodoxe St.-Nikolaus-Gemeinde des Ökumenischen Patriarchats wird dem ukrainischen Präsidenten die Auszeichnung „Beacon of Hope“ verleihen.