Erzpriester Matthias Zierenberg: „Der Schlüssel zum Himmelreich ist unverzichtbar“
Erzpriester Matthias Zierenberg hob in seiner Predigt hervor, dass die Schlüssel des Himmelreiches bis heute Auftrag und Verantwortung der Kirche bestimmen. Foto: Screenshot YouTube
Am sechsten Sonntag nach Pfingsten (12. Juli 2026) hat Erzpriester Matthias Zierenberg von der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen in seiner Predigt über das Bekenntnis des Apostels Petrus und die von Christus gegründete Kirche gesprochen. Er betonte, dass die Erkenntnis Jesu als Sohn Gottes nicht menschlicher Überlegung entspringe, sondern Offenbarung Gottes sei. Zugleich warnte er davor, die Bedeutung der Kirche und ihrer Sakramente in der heutigen Zeit zu relativieren. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend vom Evangelium von der Begegnung Jesu mit seinen Jüngern in Cäsarea Philippi (Mt 16, 13–19) erläuterte Erzpriester Matthias Zierenberg, dass die Antworten der Menschen auf die Frage nach der Identität Jesu hinter der Wahrheit zurückblieben. Erst Petrus bekenne: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Dieses Bekenntnis sei nach den Worten Jesu keine menschliche Schlussfolgerung, sondern eine Offenbarung des himmlischen Vaters. Auf diesem Glauben gründe Christus seine Kirche und stärke sie gegen alle Anfechtungen.
Ausführlich ging der Erzpriester auf die Übergabe der Schlüssel des Himmelreiches an Petrus ein. Diese stünden für den Auftrag der Kirche, insbesondere durch Taufe, Beichte und die übrigen Sakramente den Menschen den Weg zum Heil zu eröffnen. Die damit verbundene geistliche Vollmacht dürfe niemals zur persönlichen Bereicherung, für politische Zwecke oder zur Machtausübung missbraucht werden. Wer diesen Dienst ausübe, trage eine hohe Verantwortung und müsse darüber vor Gott Rechenschaft ablegen.
Mit Blick auf die Gegenwart warnte der Geistliche vor einer Entwicklung, die den Schlüssel des Himmelreiches für entbehrlich erkläre. Der modernen Vorstellung, jeder Mensch entscheide selbst über seine Seligkeit und benötige die Kirche oder ihre Sakramente nicht mehr, stellte er die orthodoxe Lehre entgegen. Der von Christus an Petrus übergebene Schlüssel sei kein Symbol einer vergangenen Zeit, sondern bleibe durch den unverfälschten Glauben, die Sakramente und die Beichte wirksam.
Zum Abschluss rief Erzpriester Matthias Zierenberg die Gläubigen dazu auf, den Wert dieses göttlichen Geschenks neu zu erkennen, die Möglichkeiten der Sakramente zu nutzen und andere Menschen auf den Reichtum des Glaubens aufmerksam zu machen. Das Fest der Apostel Petrus und Paulus erinnere daran, den Glauben und das Bekenntnis der Apostel zu ehren, denen Christus den „lebensentscheidenden Schlüssel“ des Himmelreiches anvertraut habe.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei die Gläubigen aufforderte: „Bereitet euch auf den geistlichen Kampf vor, nicht auf emotionalen Trost!“
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