Estnische Behörden drohen mit Zwangsauflösung der Estnischen Orthodoxen Kirche
Alexander-Newski-Kathedrale in Tallinn. Foto: EER News
Die estnischen Behörden drohten, die Estnische Orthodoxe Kirche in sechs Monaten aufzulösen. Das Innenministerium setzte eine Frist bis zum 28. Dezember 2026 für die Erfüllung einer Reihe ultimativer Forderungen, einschließlich des Wechsels der Leitung, fest. Darüber berichtet EER News.
Grundlage dafür waren die am 27. Juni in Kraft getretenen Änderungen des Gesetzes über Kirchen und kirchliche Gemeinschaften. Die neuen Normen verbieten es religiösen Vereinigungen in Estland, sich unmittelbar ausländischen Zentren oder Führern unterzuordnen, deren Tätigkeit von den Behörden als Bedrohung der nationalen Sicherheit des Staates eingestuft wird.
Staatssekretär des Innenministeriums, Tarmo Milits, sandte allen Gemeinden eine offizielle Benachrichtigung und betonte, dass die Nichterfüllung der gesetzlichen Forderungen dem Innenminister das Recht gebe, das gerichtliche Verfahren zur Auflösung der Kirche einzuleiten. Neben dem Abbruch der Verbindungen zur ROK wird von der EOChK verlangt, über die Bestellung eines neuen Leiters zu entscheiden.
Bischof Daniil teilte der Behörde in einem Antwortschreiben mit, dass die Kirche beabsichtige, innerhalb der gewährten Frist die Mechanismen zur Umsetzung der Gesetzesänderungen zu klären. Erst danach plane man in der Estnischen Kirche eine endgültige Entscheidung darüber zu treffen, wie das kirchliche Leben künftig gestaltet werde.
Zuvor hatte die Kirche Estlands auf die Anschuldigungen einer Bedrohung der verfassungsmäßigen Ordnung geantwortet und die Behauptungen zurückgewiesen, ihre Tätigkeit werde vom Moskauer Patriarchat koordiniert, wobei sie die völlige Selbstständigkeit der Leitung unterstrich. Die Kirche bestätigte zudem ihre Bereitschaft zu einem konstruktiven Dialog mit den staatlichen Strukturen Estlands, um die entstandenen Fragen zu klären.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass der georgische Parlamentspräsident EU-Angriffe auf die Kirche als „rote Linie“ bezeichnet hatte.
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