Priester Daniel Schärer: „Wir machen uns abhängig von den Dingen dieser Welt“
Priester Daniel Schärer betonte in seiner Predigt die Macht Christi über die Dämonen und warnte vor der geistlichen Gefahr der Geldgier als Abhängigkeit von den Dingen dieser Welt. Foto: Screenshot Facebook
In seiner Predigt am Sonntag, dem 5. Juli 2026, hat Priester Daniel Schärer in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche Zürich, Schweiz, über das Evangelium von der Heilung der Besessenen (Mt 8,28–34) gesprochen und vor der geistlichen Gefahr der Geldgier gewarnt. Die Gemeinde übertrug die Heilige Liturgie auf ihrem Facebook-Kanal (Predigt ca. ab Minute 45).
Priester Daniel Schärer griff die Auslegung des heiligen Johannes Chrysostomus zum Evangelium des Sonntags auf und erklärte, warum Christus den Dämonen erlaubte, in die Schweineherde zu fahren. Dies zeige vor allem die uneingeschränkte Macht Christi: Die Dämonen könnten ohne seine Erlaubnis nicht einmal in Schweine einziehen und seien selbst gegenüber besessenen Menschen nur so weit handlungsfähig, wie Gott es zulasse. Auch in schwersten Anfechtungen bleibe der Mensch unter Gottes Vorsehung und Schutz.
Besonders hob der Geistliche die Deutung des Kirchenvaters zur Geldgier hervor. Johannes Chrysostomus sehe darin keine natürliche menschliche Regung wie Hunger oder andere Bedürfnisse, sondern eine selbst geschaffene Abhängigkeit von vergänglichen Dingen. Wer sein Herz an Geld und materiellen Besitz hänge, mache sich nach dieser Auslegung anfällig für die Lügen der Dämonen und verliere den Blick auf Gott als eigentliche Quelle des Lebens und Heils.
Mit Blick auf die Gegenwart rief der Priester dazu auf, sich weder von Dämonen noch von den Verlockungen einer materialistischen Lebensweise einschüchtern zu lassen. Versuchungen könnten zwar eine geistliche Bewährungsprobe sein, entscheidend sei jedoch, sich nicht an Geld oder andere weltliche Güter zu binden, sondern Christus zu vertrauen. Wer in seinen Geboten lebe, brauche das Wirken der Dämonen nicht zu fürchten, denn sie könnten dem Willen Gottes letztlich nichts entgegensetzen.
Die UOJ berichtete zuvor, wie aus einer deutschsprachigen Liturgie in Köln ein Ort der Begegnung über alle orthodoxen Grenzen hinweg wurde.
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