Ehemaliger Berater des Präsidentenbüros wirft der Ukraine Heuchelei im Umgang mit der Kiewer Lawra vor
Ehemaliger Berater des Präsidentenbüros kritisiert Reaktionen auf Schäden an der Kiewer Lawra. Foto: DW
Nach dem russischen Luftangriff auf Kiew in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni äußerte sich der frühere Berater des ukrainischen Präsidenten, Oleksij Arestowitsch, zu den Reaktionen auf die Schäden an der Kiewer Lawra. Er kritisierte, dass das Kloster in den vergangenen Jahren häufig öffentlich angegriffen und nun aber plötzlich von vielen als nationales Heiligtum verteidigt werde. Darüber berichtete er auf Telegram.
Arestowitsch argumentierte, die öffentliche Wahrnehmung der Lawra habe sich nicht aufgrund des Klosters selbst verändert, sondern aufgrund eines Wechsels des politischen Narrativs. Während die Lawra zuvor oft als Symbol russischen Einflusses dargestellt worden sei, werde sie nun im Zusammenhang mit den Angriffen als bedeutendes ukrainisches Kulturerbe hervorgehoben.
Nach Ansicht des Politikers zeige dies, wie stark religiöse und kulturelle Symbole von politischen Deutungsmustern geprägt werden. Seine Äußerungen lösten in sozialen Netzwerken eine Diskussion über den Umgang mit der Kiewer Lawra und deren Rolle im ukrainischen öffentlichen Leben aus
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass in der rumänischen Kirche der Angriff auf die Lawra als Verlust für das gesamte Christentum bezeichnet worden sei.
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