Bischof stellt sich gegen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen in Polen

Der katholische Bischof Andrzej Jeż (kl. Foto) unterstützt als Beauftragter der Bischofskonferenz Kommunalpolitiker im Widerstand gegen die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen aus dem Ausland. Fotos: Poln. Bischofskonferenz/Ryszard Hołubowicz

Der römisch-katholische Bischof Andrzej Jeż von Tarnów, der als Beauftragter der Polnischen Bischofskonferenz für Kommunalpolitiker zuständig ist, hat lokale Amtsträger in Polen ermutigt, sich gegen die geplante Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen aus dem Ausland zu stellen. Darüber berichtete der Nachrichtendienst Östliche Kirchen am 4. Juni 2026.

In einem Schreiben vom 27. Mai sicherte Bischof Jeż den kommunalen Selbstverwaltungsbehörden seine Unterstützung zu, wenn sie sich weigern, ausländische Urkunden gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in polnische Register zu übertragen. Er betonte den Vorrang der polnischen Verfassung, insbesondere Artikel 18, der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert.

Anlass ist eine neue Verordnung der Minister Krzysztof Gawkowski und Marcin Kierwiński, die ab Ende August 2026 die Eintragung entsprechender ausländischer Heiratsurkunden ohne gerichtliche Entscheidung ermöglichen soll. Grundlagen sind ein Urteil des Europäischer Gerichtshof aus dem Jahr 2025 sowie eine Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts.

Die Regelung stieß auf Widerstand in Politik und Kirche. So kündigte der Bürgermeister von Zakopane an, entsprechende Eintragungen zu verweigern, da diese seiner Ansicht nach im Widerspruch zur Verfassung stünden. Unterstützung erhielt diese Haltung durch den Bischof, der den „mutigen“ Einsatz der Kommunalpolitiker für das traditionelle Familienverständnis ausdrücklich lobte.

Bereits zuvor hatte sich die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union kritisch zu entsprechenden EuGH-Entscheidungen geäußert. Sie sieht darin einen Eingriff in nationale Zuständigkeiten im Familienrecht. Hintergrund ist unter anderem ein Fall zweier Polen, die ihre in Deutschland geschlossene Ehe in Polen anerkennen lassen wollten.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der französische Präsident Macron das orthodoxe Kloster Cetinje besuchte.

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