Vortrag in Krefeld: Orthodoxe Familie zwischen Tradition und Moderne

Vortrag von Cornelia Delkeskamp-Hayes über orthodoxes Familienleben beim Jugendtreffen in der St.-Barbara-Kirche in Krefeld. Foto: Screenshot YouTube

Der YouTube-Kanal OrthMedien des Orthodoxen Informationszentrums aus Krefeld hat am 3. Juni 2026 ein neues Video veröffentlicht. Darin geht Cornelia Delkeskamp-Hayes der Frage nach, wie orthodoxe Traditionen in der Familie heute noch lebbar sind. Der Vortrag wurde beim orthodoxen Jugendtreffen im vergangenen Jahr in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche in Krefeld gehalten und nun veröffentlicht.

Im Zentrum des Vortrags steht die Ehe als geistliches Fundament der Familie. Cornelia Delkeskamp-Hayes betont, dass die Qualität der Beziehung zwischen Mann und Frau entscheidend für das Gelingen des Familienlebens sei. Zugleich kritisiert sie moderne gesellschaftliche Vorstellungen, die Ehe vor allem unter dem Aspekt der Gleichberechtigung betrachten. Diese greife zu kurz, da sie die traditionelle, auch hierarchische Struktur der orthodoxen Ehe ausblende.

Die Referentin beschreibt einen grundlegenden Konflikt des westlichen Zeitgeistes: Zwischen den Polen von Unterdrückung und Gleichberechtigung gebe es aus orthodoxer Sicht einen dritten Weg. Dieser orientiere sich an der göttlichen Ordnung und verstehe eheliche Liebe als ein Zusammenspiel von Verantwortung, Gehorsam und Selbsthingabe. Dabei werde die Beziehung zwischen Mann und Frau als Abbild der göttlichen Liebe, insbesondere der Heiligen Dreifaltigkeit, interpretiert.

In der praktischen Umsetzung räumt Delkeskamp-Hayes erhebliche Herausforderungen ein. Gesellschaftliche Veränderungen, wirtschaftlicher Druck und individuelle Prägungen erschwerten das Leben traditioneller Rollenbilder.

Anhand persönlicher Beispiele schildert sie, wie Demut, gegenseitige Rücksichtnahme und ein bewusstes geistliches Leben helfen könnten, Spannungen zu bewältigen und die Ehe als gemeinsamen Weg zu gestalten.

Abschließend unterstreicht die Referentin, dass orthodoxes Familienleben nicht als starres Modell verstanden werden dürfe. Vielmehr gehe es um ein dynamisches Miteinander, das sich an Christus orientiere und in dem beide Partner kontinuierlich an sich arbeiten. Nur so könne die Familie zu einem Ort werden, an dem göttliche Liebe im Alltag erfahrbar werde.

Die UOJ berichtete zuvor, dass das ROKA-Kloster Jordanville zum Widerstand gegen einen Windpark aufruft.

Lesen Sie auch

Metropolit Onufrij verurteilte Legalisierung von Sünde

Abtreibung, Euthanasie und Homo-Ehe seien ein selbstzerstörerischer Weg, warnte das Oberhaupt der UOK in der Kiewer Lawra.

Hiob-Kloster in Seyfriedsberg bat um Spenden für dringende Sanierungsarbeiten

Die Stützmauern des historischen Gebäudes wurden von jahrzehntelang gewachsenen Efeuwurzeln schwer beschädigt; benötigt werden 60.000 Euro.

Archäologen legten 1.600 Jahre alte frühchristliche Kirche in Italien frei

Unter dem ehemaligen Fischmarkt von Oderzo entdeckten Forscher eine dreischiffige Basilika mit bunten Mosaikböden und einer antiken Grabanlage.

Ugandischen Pastor nach christlich-muslimischer Debatte getötet

Der 25-jährige Geistliche wurde wenige Stunden nach der Diskussion, bei der sich zwei Musliminnen dem Christentum zuwandten, auf offener Straße von mehreren Männern auf Motorrädern angegriffen.

Orthodoxe Mission feierte erste Taufen in Diego Suarez im Norden Madagaskars

Bischof Nifon von Nordmadagaskar nahm die Neugetauften in die Kirche der Erzengel Michael und Gabriel auf und bewirtete sie anschließend mit einem traditionellen Festmahl.

Patriarch Porfirije segnete die 130 neu ernannten Offiziere der serbischen Armee

Bei der feierlichen Zeremonie in der Belgrader Kaserne Banjica rief das Kirchenoberhaupt die Absolventen der Militärakademie und der medizinischen Fakultät zu einem Dienst voller Ehre und Liebe zum eigenen Volk auf.