Bischof Irenei betonte an Pfingsten die zentrale Bedeutung der Dreifaltigkeit
Pfingstgottesdienst in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Bern mit Bischof Irenei, bei dem die Herabkunft des Heiligen Geistes und die Dreifaltigkeit Gottes im Mittelpunkt standen. Foto: Diözese
Am Pfingstsonntag (31. Mai 2026) hielt Bischof Irenei von London und Westeuropa der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Bern eine Predigt über das Wesen Gottes als Dreifaltigkeit und die daraus folgenden Konsequenzen für das Leben der Gläubigen. Die Diözese veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.
Im Zentrum der Predigt stand die Bedeutung des Pfingstfestes als Offenbarung des wahren Wesens Gottes. Bischof Irenei betonte, dass Gott nicht als abstrakte oder theoretische Größe verstanden werden dürfe, sondern als konkrete Wirklichkeit der Dreifaltigkeit – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Dieses Bekenntnis sei keine theologische Spekulation, sondern Ausdruck der Realität Gottes, wie sie den Gläubigen in der Kirche überliefert sei.
Zugleich wandte sich der Bischof gegen Zweifel an der Relevanz der Trinitätslehre. Die Frage nach der Bedeutung dieses Glaubensinhalts sei nicht rein akademisch, sondern habe unmittelbare Auswirkungen auf das christliche Leben. Die Erkenntnis Gottes als Gemeinschaft dreier Personen offenbare, dass auch der Mensch zur Gemeinschaft berufen sei und nicht zur Isolation. Das Leben in Liebe und Beziehung entspreche dem göttlichen Urbild.
Darüber hinaus hob der Geistliche hervor, dass die Anbetung der Dreifaltigkeit zugleich ein Bekenntnis zum eigenen Wesen des Menschen darstelle. Der Mensch sei nach dem Bild Gottes geschaffen und daher dazu bestimmt, in Liebe und Hingabe für andere zu leben. Christliches Leben bedeute, sich selbst als Opfergabe für Mitmenschen zu verstehen und so die göttliche Liebe widerzuspiegeln.
Abschließend verwies der Bischof auf die liturgische Praxis des Pfingstfestes, insbesondere das erstmalige Niederknien seit Ostern. In den Gebeten werde der Heilige Geist angerufen, erneut in die Herzen der Gläubigen einzuziehen. Bischof Irenei rief dazu auf, inständig um diese Erneuerung zu bitten, damit die Gläubigen – wie einst die Apostel – durch die Gnade Gottes gestärkt und zur Gemeinschaft mit ihm geführt werden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Porfirije zur Verabschiedung des Gürtels der Gottesmutter einlädt.
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