Priester Saša Vračević zelebrierte ZDF-Fernsehgottesdienst aus Düsseldorf
Priester Saša Vračević betonte die Zuwendung Christi zu einsamen und leidenden Menschen. Foto: Screenshot ZDF
Im ZDF-Fernsehgottesdienst aus der serbisch-orthodoxen Kirche des heiligen Sava in Düsseldorf am 3. Mai 2026 hat Priester Saša Vračević in seiner Predigt zum Sonntag des Gelähmten die Themen Einsamkeit, Hoffnung und geistliche Erneuerung hervorgehoben. Ausgangspunkt war die biblische Erzählung eines seit 38 Jahren leidenden Kranken. Der Gottesdienst ist in der ZDF-Mediathek online abrufbar.
Im Zentrum der Predigt stand die Gestalt des Gelähmten am Teich Bethesda, der laut Johannesevangelium (5,1–15) jahrzehntelang auf Heilung wartete. Priester Saša Vračević zeichnete das Leben dieses Mannes als von Hoffnung und Enttäuschung geprägte Existenz nach. Besonders hob er dessen Klage „Ich habe keinen Menschen“ hervor, die nicht nur körperliches Leid, sondern vor allem tiefe Einsamkeit ausdrücke. Diese Erfahrung sei auch in der heutigen Gesellschaft verbreitet, etwa bei alten, kranken oder isolierten Menschen.
Christus wende sich im Evangelium gezielt diesem unscheinbaren und nicht aktiv bittenden Kranken zu. Daraus leitete der Prediger die zentrale Botschaft ab, dass Gott gerade jene Menschen sehe, die von anderen übersehen werden. Auch verborgenes Leid, stille Verzweiflung und innere Erschöpfung blieben vor Gott nicht verborgen.
Die Frage Jesu „Willst du gesund werden?“ deutete der Geistliche als Aufforderung zur persönlichen Entscheidung und zur Bereitschaft, sich von belastenden Gewohnheiten und inneren Bindungen zu lösen.
Die Heilung des Gelähmten geschehe unmittelbar durch das Wort Christi und unabhängig von äußeren Umständen. Dies unterstreiche die Kraft des göttlichen Wortes, das den Menschen aufrichte und neues Leben schenke. Zugleich verwies der Prediger auf die spätere Mahnung Jesu, nicht mehr zu sündigen. Daraus folge, dass wahre Heilung über die körperliche Genesung hinausgehe und eine Erneuerung des Herzens einschließe.
Abschließend übertrug Priester Saša Vračević die biblische Botschaft auf die Gegenwart. Jeder Mensch trage eigene Lasten und Sehnsüchte, etwa nach Heilung, Frieden oder Sinn. Das Evangelium vermittle jedoch die Gewissheit, dass niemand vergessen oder verloren sei. Christus sehe jeden Einzelnen und rufe zur inneren Erneuerung auf. Mit dem Aufruf, aus Mutlosigkeit und Gleichgültigkeit „aufzustehen“ und ein neues Leben zu beginnen, schloss die Predigt.
Den Fernsehgottesdienst gestalteten neben Priester Saša Vračević auch der Chor der Gemeinde sowie Nikolaj Thon, der als Hypodiakon die liturgischen Abläufe für das Fernsehpublikum kommentierte. Die Übertragung im ZDF bot damit nicht nur Einblick in die Predigt, sondern auch in die Tradition und Symbolik der serbisch-orthodoxen Liturgie und machte diese einem breiten deutschsprachigen Publikum zugänglich.
Die UOJ berichtete zuvor, dass ROKA-Hierarchen Gemeinden und die Universität München besuchten.
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