Der Heilige Gründonnerstag

Im Rahmen dieser besonderen Tage bereitet UOJ täglich kurze Erklärungen zu den Ereignissen, Gottesdiensten und Traditionen der Karwoche vor, um Gläubigen die liturgische und geistliche Tiefe dieser heiligen Zeit näherzubringen.

Am Großen und Heiligen Donnerstag, der im deutschsprachigen Raum auch als Gründonnerstag bekannt ist (der Name leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „grînen“ oder „greinen“ ab, was „weinen“ oder „klagen“ bedeutet. Hat also nichts mit der Farbe Grün zu tun), gedenken wir der Einsetzung der Heiligen Eucharistie und des Priestertums.

Bereits am Vorabend wird im Morgengottesdienst des Großen und Heiligen Donnerstags in den Kathedralen der Ritus der Fußwaschung vollzogen. CHRISTUS selbst hat Seinen Jüngern die Füße gewaschen - Er der über allen steht hat sich als Diener Seiner eigenen Jüngerschar erwiesen in dem ER ihnen die Füße wusch. CHRISTUS hat uns damit ein Beispiel der christlichen Demut und Selbstverleugnung gegeben.

Am Vormittag wird die Vesper mit der Basiliosliturgie zelebriert. Wir hören folgende Lesungen aus dem Alten Testament: Ex 19,10–19; Ijob 38,1–12; 42,1–5 und Jes 50, 4–11. Als Apostellesung hören wir 1 Kor 11,23–32. Und folgende Evangelienperikopen: Mt 26,2–20; Joh 13,3–17; Mt 26,21–39; Lk 22,43–45 und Mt 26,40–75. 27,1–2.

Statt des Cherubikon, des Kommuniongesangs und dem „Gesehen haben wir das wahre Licht“ wird folgender Gesang im 6. Ton gesungen: Zu Deinem mystischen Abendmahl, Sohn Gottes, nimm mich heute als Gast auf. Nie will ich Deinen Feinden das Geheimnis verraten, noch will ich Dir einen Kuss geben wie Judas, sondern wie der Schächer bekenne ich Dir: Gedenke meiner, Herr, in Deinem Reich!

Diesen Gesang kennen wir von den Vorbereitungsgebeten zur Kommunion aus der Göttlichen Liturgie.

Am Abend wird Morgengottesdienst des Großen und Heiligen Freitag zelebriert. Den Kern dieses Gottesdienstes bilden die "Akoluthia der Heiligen und Erlösenden Leiden unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus", deren Kern die Lesung der 12 Leidensevanglien mit den dazwischen geschalteten Gesangsantiphonen bildet. Diese Akoluthia haben ein sehr ehrwürdiges Alter. Sie reichen bis zu den altkirchlichen Stationsgottesdiensten an den verschiedenen Stationen der Passion des Erlösers in Jerusalem zurück, die uns bereits die gallisch-römische Pilgerin Aetheria in ihrem Pilgerbericht aus dem späten 4. Jahrhundert schildert.

Das letzte Troparion des Gottesdienstes formuliert das alles Gehörte schon als Frohbotschaft: „ Du hast uns losgekauft vom Fluch des Gesetzes durch dein kostbares Blut. Am Kreuz genagelt, von der Lanze durchbohrt, ließest du den Menschen die Unsterblichkeit quellen. Unser Erlöser, Ehre sei Dir!“

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