Reue und Verrat prägen die Botschaft des Großen Mittwochs in der Karwoche

Erzbischof Tichon bei der Feier der Liturgie der Vorgeweihten Gaben, die am Großen Mittwoch letztmals begangen wird. Foto: Diözese
Am Großen Mittwoch (8. April 2026) der Karwoche wurde im Berliner Auferstehungskathedrale die Liturgie der Vorgeweihten Gaben gefeiert. Im Mittelpunkt stand eine Predigt von Erzbischof Tichon von Rusa über die biblischen Ereignisse von Bethanien und deren geistliche Deutung. Darüber berichtete die Diözse von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche auf ihrer Webseite.
In seiner Predigt stellte Erzbischof Tichon die Begegnung Jesu mit der sündigen Frau in Bethanien in den Mittelpunkt. Diese habe durch ihre Tränen und die Salbung mit kostbarem Öl ein tiefes Zeichen der Reue und Liebe gesetzt. Ihre Handlung werde in der Kirche als Vorbereitung auf das Begräbnis Christi verstanden und als Beispiel echter Umkehr hervorgehoben.
Dem gegenüber stehe die Haltung des Judas, der unter dem Vorwand der Sorge um die Armen in Wahrheit von Geldgier geleitet gewesen sei. Noch am selben Abend habe er den Entschluss gefasst, Christus für 30 Silberlinge zu verraten. Die Gegenüberstellung von selbstloser Hingabe und berechnendem Verrat verdeutliche die geistliche Entscheidungssituation des Menschen.
Der Große Mittwoch erinnere daher nicht nur an ein historisches Ereignis, sondern konfrontiere die Gläubigen mit der Frage nach der eigenen Haltung gegenüber Christus. Die Kirche rufe dazu auf, sich an der Reue und Opferbereitschaft der Frau zu orientieren und sich von falschen Motiven zu reinigen.
Zugleich markiere der Tag einen liturgischen Übergang: Zum letzten Mal werde die Liturgie der Vorgeweihten Gaben gefeiert, und auch das Gebet des heiligen Ephraim des Syrers mit seinen Niederwerfungen ende für die Gläubigen. Damit trete die Karwoche in ihre unmittelbar auf das Leiden Christi ausgerichtete Phase ein.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine neue russisch-orthodoxe Gemeinde in Ingelheim künftig die katholische Kirche des Orts für ihre Gottesdienste nutzen kann.
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