Bulgarien: Steuer auf Mieteinnahmen religiöser Organisationen abgeschafft
Die Bulgarisch-Orthodoxe Kirche (im Foto der Synodalsitz) profitiert von der in Sofia verabschiedeten Steuerbefreiung für religiöse Gemeinschaften.
Das bulgarische Parlament hat religiöse Gemeinschaften von der Körperschaftssteuer auf Mieteinnahmen befreit. Die Gesetzesänderung wurde am 13. März 2026 mit breiter Mehrheit beschlossen und betrifft insbesondere die Bulgarisch-Orthodoxe Kirche, die über zahlreiche Immobilien in zentralen Stadtlagen verfügt. Darüber berichtete der Nachrichtendienst Östliche Kirchen.
Die Regierungspartei GERB sowie die DPS – Neuer Anfang unterstützten die Reform mit der Begründung, religiöse Organisationen seien keine wirtschaftlichen Akteure, und Mieteinnahmen dienten der Finanzierung ihrer sozialen und religiösen Tätigkeit.
Religiöse Einrichtungen sind in Bulgarien bereits von mehreren Steuern und Abgaben befreit, darunter Grundsteuer, Abfallgebühren, Erbschafts- und Schenkungssteuer sowie Mehrwertsteuer auf nichtwirtschaftliche Leistungen.
Kritik kam von der Partei Vazrasdane, die als einzige gegen die Reform stimmte. Experten des Finanzministeriums warnten zudem, die Steuerbefreiung könnte als staatliche Beihilfe gewertet werden und eine Prüfung durch die Europäische Kommission nach sich ziehen. Außerdem fehle eine Einschätzung der finanziellen Auswirkungen, da bisherige Mieteinnahmen nicht offengelegt worden seien.
Die Neuregelung sieht vor, dass Einnahmen aus der Vermietung von Immobilien religiöser Gemeinschaften künftig nicht mehr der Körperschaftssteuer unterliegen. Unklar ist jedoch, ob dies auch für kommerziell genutzte Flächen gilt. Fachleute fordern hier eine Präzisierung, um mögliche Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.
Bereits am 5. März hatte das Parlament außerdem entschieden, über das geplante Schulfach „Tugenden und Religionen“ in dieser Legislaturperiode nicht mehr abzustimmen. Wegen fehlenden politischen Konsenses und bevorstehender Neuwahlen wurde die Reform an das nächste Parlament verwiesen. Die vorgezogenen Parlamentswahlen in Bulgarien sind für den 19. April 2026 angesetzt.
Die UOJ berichtete zuvor, dass das oberste Gericht Griechenlands das Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare bestätigte.
Lesen Sie auch
Metropolit Serafim predigte zum Fest Mariä Himmelfahrt in Rumänien
Das Oberhaupt der Rumänisch-Orthodoxen Metropole von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa sprach im Kloster Râmeț über die Verehrung der Gottesmutter.
Unbekannte enthaupteten erneut Marienstatue auf der Insel Ischia
Im Dorf Panza haben Unbekannte zum dritten Mal den Kopf einer Marienstatue abgeschlagen.
Christen in Syrien stehen unter dem Druck radikaler Islamisten
Menschenrechtsorganisation warnt vor wachsender Bedrohung christlicher Gemeinden und fordert internationalen Schutz.
Orthodoxe Gemeinde in Albufeira bittet um Hilfe zum Erhalt ihrer Kirche
Gemeinde muss Gebäude des spirituellen und kulturellen Zentrums „Pokrov“ bis zum 20. September erwerben, um es zu erhalten.
Dissertation stellt Machtanspruch des Patriarchen von Konstantinopel infrage
Moskauer Theologe erhält Doktortitel für Arbeit zur konziliaren Struktur der Orthodoxen Kirche.
ROKA kündigte Konferenz zum 50. Todestag von Erzbischof Nikodim an
Bischof Irenei von London spricht über das geistliche Erbe des früheren Leiters der russisch-orthodoxen Kirche in Großbritannien.