Hochrangiger Vertreter der armen. Kirche aus U-Haft in Hausarrest überführt
Erzbischof Mikael Adschapachjan vor Gericht. Foto: Sputnik Armenien
Das Berufungsgericht von Jerewan hat Erzbischof Mikael Adschapachjan von der Armenisch-Apostolischen Kirche aus der Haft entlassen und ihm als Sicherungsmaßnahme Hausarrest sowie ein Ausreiseverbot auferlegt. Dem Antrag der Verteidigung wurde stattgegeben, berichtet Sputnik Armenien.
Gemäß der Entscheidung des Gerichts muss sich der Erzbischof an seinem Wohnort in Gyumri aufhalten und im Falle einer notwendigen stationären Behandlung in einer entsprechenden medizinischen Einrichtung. Das Gericht hat zudem Beschränkungen hinsichtlich des Personenkreises erlassen, mit dem der Hierarch Kontakt haben darf: Ausgenommen sind nahe Verwandte, Anwälte, ein Priester der Diözese Schirak, ein Mitarbeiter der Verwaltungs- und Wirtschaftsabteilung sowie medizinisches Personal.
Separat genehmigte das Gericht Treffen des Erzbischofs mit seinem Neffen Grigor Adschapachjan, der offizielles Vormund ist. Den Antrag der Verteidigung, dem Erzbischof die Teilnahme an Gottesdiensten zu gestatten, versprach der Richter jedoch, später zu prüfen, wobei er sich auf die Notwendigkeit berief, die internationale Rechtsprechung zu untersuchen.
Zuvor, Anfang Oktober, hatte das Gericht erster Instanz in Jerewan Erzbischof Mikael Adschapachjan wegen Aufrufs zur Machtübernahme zu zwei Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Die Verteidigung erklärt das Urteil für rechtswidrig und hält die Anschuldigungen für erfunden und politisch motiviert.
Der Fall des Erzbischofs wird vor dem Hintergrund der verschärften Konfrontation zwischen den armenischen Behörden und der Armenisch-Apostolischen Kirche verhandelt. Nach scharfen Äußerungen von Premierminister Nikol Paschinjan gegenüber dem Klerus und Initiativen zur Änderung des Wahlverfahrens für den Katholikos wurden mehrere Hierarchen und kirchliche Würdenträger festgenommen.
Wie die UOJ in der Ukraine berichtete, traten die verhafteten Erzbischöfe der Armenischen Kirche in den Hungerstreik.
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