„Nicht der Speiseplan, sondern die Versöhnung steht im Mittelpunkt“

Gläubige versammeln sich am Vergebungssonntag zur Liturgie in der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Frankfurt. Foto: Gemeinde

Am Vergebungssonntag (22. Februar 2026) hielt der serbisch-orthodoxe Erzpriester Slobodan Tijanić in der Frankfurter Gemeinde eine Predigt über die geistliche Bedeutung des Fastens. Im Mittelpunkt standen nicht äußere Speiseregeln, sondern die Versöhnung mit den Mitmenschen und die innere Umkehr, wie die Gemeinde auf ihrer Facebook-Seite berichtete.

Ausgehend von Worten des Psalters und des Apostels Paulus erinnerte Erzpriester Slobodan Tijanić daran, dass Gott den Menschen trotz seiner Schwächen liebt und zur Vergebung ruft. Gerade vor Beginn der Großen Fastenzeit gehe es weniger um asketische Essenspläne als um die Bereitschaft, Kränkungen loszulassen und einander zu vergeben.

Der Priester betonte die enge Verbindung zwischen Abschied und Vergebung: Wie Reisende auf einem unsicheren Weg müssten Christen ihr Herz von Vorwürfen reinigen, da niemand wisse, ob es ein Wiedersehen gebe. Unvergebene Schuld könne nicht in die Ewigkeit mitgenommen werden.

Zugleich warnte der Geistliche vor der Versuchung, andere zu verurteilen. Der Wunsch, Mitmenschen oder gesellschaftliche Gruppen zu kritisieren, sei tief im Menschen verwurzelt, doch wahres Fasten bedeute vor allem Liebe zum Nächsten. Der Verzicht auf bestimmte Speisen sei lediglich ein Mittel zur inneren Verwandlung.

Mit dem Blick auf Adam und die Vertreibung aus dem Paradies rief der Priester dazu auf, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Die Tore des Paradieses öffneten sich, so seine Botschaft, dort, wo Menschen lernen, aufrichtig zu vergeben – im Gedenken an Christus, der für alle am Kreuz gestorben ist.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die serbische Kirche in Podgorica das Gedenken an den Heiligen Simeon feierte.

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