Geburtsgrotte Bethlehem: Armenisches Patriarchat sieht sich ausgegrenzt
Die Geburtsgrotte mit der Geburtsstelle Jesu unter der Basilika in Bethlehem zählt zu den heiligsten Orten der Christenheit und wird traditionell von drei Kirchen gemeinsam verwaltet. Foto: Dirk D./Wikipedia
Die geplante Restaurierung der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem sorgt für Spannungen zwischen den christlichen Konfessionen. Das armenische Patriarchat wirft katholischen und griechisch-orthodoxen Verantwortlichen vor, Entscheidungen einseitig zu treffen und die Armenier aus zentralen Prozessen auszuschließen. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 20. Februar 2026.
Auslöser der Kritik ist eine gemeinsame Erklärung der Franziskanerkustodie des Heiligen Landes und des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Jerusalem, die Ende Januar Restaurierungsarbeiten ankündigten. Zwar wurde darin auch die Beteiligung der Armenier erwähnt, doch nach deren Darstellung geschieht dies nicht auf Augenhöhe.
Die Geburtsgrotte unter der Geburtskirche in Bethlehem wird seit Jahrhunderten nach dem sogenannten Status quo von drei Kirchen gemeinsam verwaltet: der griechisch-orthodoxen, der armenisch-apostolischen und der römisch-katholischen Kirche. Diese Vereinbarung sieht gleichberechtigte Mitbestimmung bei baulichen Maßnahmen und öffentlichen Stellungnahmen vor.
Das armenische Patriarchat kritisiert insbesondere, dass es in jüngsten Mitteilungen lediglich als „kooperativer“ Partner genannt wurde und nicht zu den Unterzeichnern gehörte. Auch bei einer Ortsbesichtigung seien Fotos und Stellungnahmen ohne armenische Vertreter veröffentlicht worden, was als bewusste politische Botschaft gewertet wird.
Die Armenier fordern künftig dreiseitige Abstimmungen bei Inspektionen, Erklärungen und Öffentlichkeitsarbeit. Wiederholte bilaterale Schritte könnten langfristig ihre historischen Rechte an der heiligen Stätte untergraben, warnte das Patriarchat. Die Geburtskirche gehört seit 2012 zum Unesco-Welterbe und wird seit Jahren umfassend restauriert.
Die UOJ berichtete zuvor, dass in Italien Abt Matteo Ferrari vor Netflix-Streaming und Social Media im Kloster warnte.
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