„Es gibt beim Jüngsten Gericht nur eine einzige Frage: Hast du geliebt?“
Predigt von Priester Daniel Schärer: Liebe, Gericht und geistliche Vorbereitung auf die Fastenzeit. Foto: Screenshot Facebook
In seiner Predigt zum Fest der Darstellung des Herrn am 15. Februar 2026 hat Priester Daniel Schärer in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche Zürich, Schweiz, das Evangelium nach Lk 2,22–41 mit dem Thema des Jüngsten Gerichts verbunden und die Gläubigen zur Umkehr und zu einem Leben aus der Liebe aufgerufen. Die Gemeinde übertrug die Heilige Liturgie auf ihrem Facebook-Kanal.
Ausgehend von der Begegnung des greisen Simeon mit dem Christuskind erklärte Priester Daniel Schärer, das Jüngste Gericht sei vor allem die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes. Diese Offenbarung gleiche aber einem „zweischneidigen Schwert“: Einerseits bedeute sie die Erfüllung der Hoffnung und die Teilnahme an der göttlichen Herrlichkeit, andererseits entlarve sie alles, was nicht aus der Liebe Gottes hervorgegangen sei.
Der Priester betonte, dass im Gericht nicht äußere Frömmigkeitsleistungen im Mittelpunkt stünden. Entscheidend sei vielmehr die Frage, ob der Mensch geliebt habe und ob die göttliche Liebe sein Handeln geprägt habe. Die „Bücher“, von denen die kirchlichen Texte sprechen, würden nicht für Gott geöffnet, sondern für den Menschen selbst, damit dieser die Wahrheit über sein eigenes Herz erkenne.
Mit Blick auf die bevorstehende Fastenzeit rief der Geistliche dazu auf, die Zeit der Vorbereitung zu nutzen, um das Herz für die Gnade Gottes zu öffnen. Fasten, Gebete und kirchliche Hymnen seien Hilfen, um Liebe zu lernen – zu Gott, zu sich selbst und zum Nächsten. Die Gestalt des heiligen Simeon wurde dabei als Beispiel eines Menschen vorgestellt, der geduldig auf die Ankunft des Messias wartete und dessen Leben offen für die göttliche Gegenwart war.
Abschließend ermutigte der Prediger die Gemeinde, Christus mit Freude zu erwarten, damit seine Herrlichkeit den Menschen zum „Blühen“ bringe. In Anlehnung an den Lobgesang des Simeon aus dem Evangelium rief er dazu auf, mit Vertrauen auf Gottes Verheißung zu leben und sich schon jetzt auf die endgültige Begegnung mit Christus vorzubereiten.
Livestream aus der Auferstehungskirche vom 15. Februar 2026, Predigt von Priester Daniel Schärer ca. ab 1:07:
Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej in Zürich zu Allerseelen über Hoffnung auf die Auferstehung predigte.
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