ALfA verurteilte Leihmutterschaft als Menschenrechtsverletzung
Cornelia Kaminski kämpft gegen Leihmutterschaft. Foto: Screenshot YouTube
Die Lebensrechtsorganisation Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) kritisiert die Praxis der Leihmutterschaft scharf und spricht von einem „himmelschreienden Unrecht“. Anlass ist ein internationaler Kongress, den die Organisation Anfang März in Berlin ausrichtet, wie das katholische Nachrichtenportal CNA am 6. Februar 2026 berichtete.
ALfA-Bundesvorsitzende Cornelia Kaminski erklärte, Leihmutterschaft widerspreche dem Anspruch der Organisation, Frauen und Kinder zu schützen. In der Praxis würden Leihmütter häufig vertraglich zu Abtreibungen verpflichtet, wenn sogenannte Bestelleltern dies verlangten.
Zur Untermauerung der Kritik verweist Kaminski auf Einschätzungen von Reem Alsalem, UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Diese beschreibe Leihmutterschaft als von Ausbeutung geprägte Praxis, die patriarchale Strukturen festige, Frauenkörper instrumentalisiere und Kinderwünsche zu Marktobjekten mache. Alsalem wird als Referentin am Berliner Kongress teilnehmen.
Kaminski betonte, man habe bewusst eine unabhängige UN-Expertin eingeladen, um zu zeigen, dass die Kritik an Leihmutterschaft Teil einer breiten menschenrechtlichen Debatte sei. Eine Unterscheidung in „Leihmutterschaft light“ gebe es nicht; das Grundproblem liege in der vollständigen Verfügbarkeit über den Körper der Leihmutter.
Rückendeckung erhält diese Position auch von der katholischen Kirche. In der Erklärung Dignitas infinita, veröffentlicht 2024 mit Genehmigung von Papst Franziskus durch das Dikasterium für die Glaubenslehre, wird Leihmutterschaft als Verletzung der Würde des Kindes verurteilt. Der Vatikan betont, ein legitimer Kinderwunsch dürfe nicht zu einem „Recht auf ein Kind“ werden.
Neben Reem Alsalem werden auf dem Kongress im März u. a. der Rechtsanwalt Dr. Felix Böllmann (ADF International), die Publizistin Birgit Kelle, der katholische Priester und Moraltheologe Professor Dr. Peter Schallenberg sowie die klinische Fachärztin für Kinderpsychiatrie, Dr. Anna Kovacova, sprechen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass ein Gericht entschied, dass das Klinikum Lippstadt einem Chefarzt Schwangerschaftsabbrüche außerhalb seiner Leitungsfunktion nicht verbieten darf.
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