„Christus ruft uns ins Leben, aber wir müssen Ihm die Hand reichen“

Priester Matthias Fröse sprach in Meisenheim über die heilende Nähe Christi in Krankheit und Ohnmacht.
In seiner Predigt zum 23. Sonntag nach Pfingsten, dem 16. November 2025, sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz (ROK) in der Außenstelle Meisenheim darüber, was die Heilungskraft Christi bedeutet und wie Glaube gerade in Momenten von Ohnmacht, Krankheit und Kontrollverlust wächst. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.
Ausgehend vom Lukasevangelium über die Auferweckung der Tochter des Jaïrus und die Heilung der blutflüssigen Frau (8, 40-56) betonte der Geistliche, dass Christus dem Menschen nicht in belehrender Distanz, sondern in „zarter Nähe“ begegne. Im Mittelpunkt stehe die Bereitschaft, die eigene Grenze und Hilflosigkeit anzunehmen, damit der Mensch Gottes Wirken zulassen könne. Jaïrus wie auch die ausgegrenzte Frau seien Beispiele dafür, dass Heilung dort beginne, wo der Mensch „alle Masken ablegt“ und Gott sein Herz öffnet.
Priester Matthias Fröse hob hervor, dass Christus Jaïrus bewusst warten lasse, als die blutflüssige Frau das Gewand des Herrn berühre. Die Verzögerung sei keine Gleichgültigkeit, sondern ein geistlicher Weg: der Vater müsse von einem Glauben, der um ein Wunder bittet, zu einem Glauben finden, „der im Angesicht des Todes Halt findet“. Als die Nachricht vom Tod des Kindes eintrifft, spreche Christus sein entscheidendes Wort: „Fürchte dich nicht, glaube!“
Besonders ging der Priester auf die verborgene Berührung der Frau ein, die seit zwölf Jahren körperlich und seelisch leidet und nur heimlich das Gewand Christi berührt. Diese Geste stehe für ein Gebet ohne Worte, für den Glauben eines Menschen, „der nichts mehr vorzuweisen hat außer der Sehnsucht nach Gott“. Christus suche diese Offenheit und mache sichtbar, dass Heilung als „Synergie von göttlicher Gnade und menschlicher Offenheit“ geschehe.
Die Erzählung von der Erweckung des Mädchens sei schließlich ein Ruf an jeden Christen, der innerlich wie „erstorben“ scheine unter Schuld, Schmerz oder Angst. Wenn Christus sagt: „Kind, steh auf!“, gelte dieses Wort allen, die den Mut verlören. Der Apostel Paulus erinnere daran, dass der Mensch „Gottes Werk“ sei und Christus das neue Leben in ihm wirken wolle, wenn er sich im Gebet, in den Sakramenten und in der Liebe öffne.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Oleg Beltek auf dem Soldatenfriedhof Lebus das Totengedenken für gefallene Rotarmisten gehalten hatte.
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