Österreich: Katholiken tanzten zu Allerheiligen in der Kirche
Tanzszene während der Allerheiligen-Messe in St. Stefan ob Stainz: Ein Video der Aktion von Vikar Anton Nguyen löste österreichweit Diskussionen aus.
Erst segnet eine evangelische Pfarrerin in Berlin eine Polyhochzeit von vier Männern, dann tritt ein katholischer Priester in Bayern zu Halloween im Dracula-Kostüm auf, nun tanzten Katholiken zu Allerheiligen in der Kirche: Der Vikar Anton Nguyen wollte zum Heiligengedenken am 1. November 2025 in der römisch-katholischen St.-Stefan-Kirche ob Stainz (Diözese Graz-Seckau in Österreich) gute Laune verbreiten und animierte die Kirchgänger zu einer Tanzeinlage während der Messe. Auf das Video und die mediale Berichterstattung gibt es gemischte Reaktionen.
Der Vikar spielte während der Messe das Lied „Gute Laune“ über einen Bluetooth-Lautsprecher ab und forderte die Gläubigen zum Mittanzen auf. Ein Mitglied des örtlichen Musikvereins filmte die Szene und veröffentlichte das Video auf Facebook, wo es inzwischen fast eine halbe Million Aufrufe hat.
Nguyen erklärte später, er wollte mit der Aktion zeigen, dass das Gedenken an die Heiligen auch fröhlich gestaltet werden könne. Die Reaktionen der Gläubigen waren hingegen gemischt. Nicht alle Kirchbesucher ließen sich zu der Aktion im Gotteshaus hinreißen.
„Wir waren erst kurz perplex, dann haben wir einfach mitgetanzt“, berichtete das Musikverein-Posting. Viele Nutzer lobten die Aktion als Beispiel für „moderne Kirche“. Kritische Stimmen meldeten sich jedoch ebenfalls zu Wort. Einige Beobachter hielten Tanzen während einer Allerheiligen-Messe für unangebracht und forderten, solche Aktionen auf private Feiern zu beschränken.
Vikar Nguyen, der seit zwei Jahren in St. Stefan ob Stainz tätig ist, betonte, dass ihm die Freude der Menschen wichtig sei. Durch seine Aktion habe die Gemeinde neue Ministranten gewonnen, und er sei dankbar für die Unterstützung durch seine Pfarrgemeinde. Das Video verbreitete sich schnell und machte den Vikar überregional bekannt.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine evangelische Pfarrerin vier Männer in sogenannter „Polyhochzeit“ gesegnet hatte.
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