Erzpriester Mihail Rahr: „Die EU hätte König Herodes den Karlspreis verliehen“

Erzpriester Mihail Rahr bei der Göttlichen Liturgie in der Berliner Gemeinde des Heiligen Isidor. Foto: Screenshot YouTube

Zum 22. Herrentag nach Pfingsten, dem 9. November 2025, predigte Erzpriester Mihail Rahr in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin (ROK) über das Evangelium von der Heilung des Besessenen von Gerasa (Lk 8,26–39). Dabei fand er deutliche Worte über die Irregeleiteten und Besessenen von heute. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Der Geistliche erinnerte daran, dass der Herr auch heute die Macht habe, jede Finsternis aus dem Menschen zu vertreiben. Selbst die Dämonen hätten Christus erkannt, sich niedergeworfen und um Aufschub gebeten – ein Zeichen, dass „selbst das Böse Gottes Herrschaft nicht entkommt“. Ihr Hochmut habe sie jedoch daran gehindert, Buße zu tun. Hochmut bleibe die Wurzel aller Sünde, da er den Menschen von Gott trenne und in sich selbst verschließe.

In der weiteren Auslegung verglich Erzpriester Rahr das Verhalten der Menschen von Gerasa, die Christus baten, sie zu verlassen, mit der Haltung vieler moderner Gesellschaften. „Wie König Herodes den Herrn nicht sehen wollte, weil er an seiner Macht festhielt, so verschließt auch der heutige Mensch sein Herz, um selbst Herr zu bleiben“, sagte er.

Auch heutige Machthaber verlieren zunehmend den Bezug zu ihren christlichen Wurzeln, wenn sie den Glauben aus dem öffentlichen Raum drängen oder die Schöpfungsordnung durch die Vorstellung von 72 Geschlechter ersetzen, so der Erzpriester in seiner Predigt.

In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass Karl der Große, Namensgeber des Aachener Karlspreises, Europa einst auf dem Fundament des Evangeliums geeint habe – ein geistliches Erbe, das oft vergessen und und bei der Preisverleihung abgeschnitten werde. Die EU hätte dem Kindsmörder König Herodes, dem „Schutzpatron aller Abtreibungsbefürworter“, in ihrer Verleugnung des Christlichen wohl den Karlspreis verleihen, so der Geistliche.

Deutlich äußerte sich der Erzpriester auch zur Verwirrung über die Geschlechterordnung: Gott habe den Menschen „männlich und weiblich“ geschaffen – als Ausdruck von Ergänzung, nicht als Gegensatz. „Wer diese von Gott gegebene Ordnung leugnet, verliert das Verständnis des eigenen Wesens“, mahnte er. Die satanische Regenbogen-Ideologie bezeichnete er als nicht lebensfähig – sie könne nichts aufbauen, nur zerstören.

Abschließend rief Erzpriester Rahr die Gläubigen auf, selbst zu Zeugen Christi zu werden: Wie der geheilte Mann von Gerasa sollten Christen in ihrem Umfeld bekennen, was Gott an ihnen getan habe. „Dieses Land und dieses Volk haben Hoffnung – und diese Hoffnung ist Christus in seiner heiligen Kirche“, schloss er.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Tichon dazu aufgerufen hatte, die Heilige Schrift zu lesen und zu leben.

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