Papst Leo rief zur Vertiefung des jüdisch-christlichen Dialogs auf
Papst Leo XIV. spricht bei einer Feier zum 60. Jahrestag der Vatikanischen Erklärung Nostra Aetate von 1965. Foto: AP Photo/Gregorio Borgia
Am 28. Oktober 2025 feierte der Vatikan den 60. Jahrestag der Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils Nostra aetate, die den Grundstein für den Dialog zwischen der katholischen Kirche und anderen Religionen legte, berichtet Vatican News.
Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten betonte Papst Leo XIV. die Bedeutung der Stärkung der jüdisch-christlichen Beziehungen vor dem Hintergrund des zunehmenden Antisemitismus sowie globaler Konflikte.
Die am 28. Oktober 1965 von Papst Paul VI. unterzeichnete Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils Nostra Aetate war ein Meilenstein, der den Grundstein für eine Kultur des Respekts und des Dialogs zwischen den Religionen legte. In den vergangenen 60 Jahren bestimmte sie die Richtung der interreligiösen Beziehungen der katholischen Kirche.
„Wir bekräftigen unser Bekenntnis zum Weg der Begegnung und des gegenseitigen Respekts, insbesondere jetzt, da die Welt neue Erschütterungen erlebt“, erklärte der Pontifex bei der Eröffnung der Feierlichkeiten. Seinen Worten zufolge ist die interreligiöse Kommunikation keine vorübergehende Maßnahme, sondern „eine Lebensweise – eine Reise des Herzens, die alle Beteiligten verwandelt“.
In Bezug auf die Bedeutung des Dokuments betonte Papst Leo XIV. dessen unveränderliche Aktualität: „Dieser historische Text bezog klar Stellung gegen alle Formen des Antisemitismus und erinnerte an die jüdischen Wurzeln des Christentums. Er ist auch heute noch von großer Bedeutung, in einer Zeit, in der Spannungen und Misstrauen zunehmen.“
Der Papst verband das Jubiläum von Nostra Aetate mit den Herausforderungen der Gegenwart und betonte, dass die Kirche eine Stimme des Friedens bleiben müsse. „Selbst in diesen schwierigen Zeiten, die von Konflikten und Polarisierung geprägt sind, ist es notwendig, diesen wertvollen Dialog fortzusetzen und Wege zur Versöhnung zu suchen“, sagte er.
An der Veranstaltung nahmen Führer verschiedener Religionsgemeinschaften teil. „Seit Nostra Aetate hat das jüdische Volk noch nie so sehr Freunde gebraucht, die entschlossen gegen Antisemitismus kämpfen“, sagte Rabbi Noam Marans und äußerte die Hoffnung, dass der Vatikan sich auch weiterhin aktiv gegen jede Form von Hass einsetzen werde.
Zum Abschluss des Treffens rief der Pontifex zu praktischen Schritten des gegenseitigen Verständnisses auf: „Unsere Worte müssen in Taten umgesetzt werden – in der Bildung, in gemeinsamen Initiativen und in der Unterstützung derer, die leiden. So werden Vertrauen und Frieden aufgebaut.“
Zuvor hatte die UOJ darüber berichtet, dass die päpstliche Reise in die Türkei für Uneinigkeiten unter orthodoxen Hierarchen sorge.
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