Patriarch Daniel: Geistige Gesundheit wurzelt in Barmherzigkeit und Vergebung
Patriarch Daniel predigt in der Kapelle der Patriarchalresidenz über die heilende Kraft der Vergebung. Foto: Basilica.ro
In seiner Predigt zur Heiligen Liturgie am 19. Sonntag nach Pfingsten (5. Oktober 2025) betonte Patriarch Daniel von Rumänien die Bedeutung der barmherzigen Liebe als Grundlage christlichen Lebens. In der Kapelle der Patriarchalresidenz erinnerte der Patriarch daran, dass echte geistige Gesundheit nur durch Demut, Vergebung und tätige Güte erreicht werden könne. Darüber berichtete das Patriarchat auf seinem Nachrichtenportal.
Ausgehend von der Evangelienlesung des Tages erklärte Patriarch Daniel, dass die Ermahnung Jesu – „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ – ein zentraler Maßstab christlicher Existenz sei. Nur eine vom Egoismus gereinigte und durch göttliche Gnade geheiligte menschliche Natur könne zum Abbild Gottes erhoben werden.
Er warnte davor, dass viele Menschen dazu neigen, das Böse, das ihnen widerfährt, lange im Herzen zu tragen, während sie die Wohltaten anderer schnell vergessen. Diese Form der Verbitterung führe zur inneren Unfreiheit und geistlichen Krankheit. „Eine Seele, die nicht vergibt, ist keine gesunde Seele“, betonte der Patriarch.
Das geistliche Oberhaupt erinnerte daran, dass Gott aus Liebe auch schmerzhafte Erfahrungen zulässt, um den Menschen zur Umkehr zu führen: Krankheit, Leid oder Lebenskrisen könnten zu Werkzeugen göttlicher Pädagogik werden. „Gott straft nicht aus Rache, sondern um uns zur Erlösung zu führen“, sagte er.
Abschließend rief der Patriarch dazu auf, in allen Lebenslagen um göttlichen Beistand zu bitten, um barmherzig und vergebend wie Christus zu werden. Nur so könne das „Vaterunser“ glaubwürdig gesprochen und gelebt werden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Daniel die Heiligsprechung von Priester Dumitru Stăniloae im rumänischen Kloster Cernica vollzog.
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