Polen beschwert sich beim Vatikan über die Hierarchen der römisch-katholischen Kirche, die die islamische Migration kritisieren
Der polnische Bischof Wiesław Mering. Foto: nczas.info
Am 15. Juli 2025 reichte das polnische Außenministerium beim Vatikan eine formelle Beschwerde gegen zwei polnische Bischöfe ein und warf ihnen Volksverhetzung und Verstoß gegen den Geist des Konkordats vor, berichtete der European Conservative.
Grund dafür war die Rede des emeritierten Bischofs von Włocławek, Wiesław Mehring. In einer Predigt in Jasna Góra am 13. Juli bezeichnete er die polnische Regierung als „politische Gangster“ und ihre Vertreter als „Menschen, die sich Deutsche nennen“. Er zitierte außerdem einen Dichter aus dem 17. Jahrhundert: „Ein Deutscher wird keinem Polen ein Bruder sein“, und sagte, das Land sei sowohl von Osten als auch von Westen bedroht.
Das polnische Außenministerium legte gegen diese Worte offiziellen Protest ein und stellte fest, dass solche Aussagen nicht nur dem Geist und Buchstaben des Konkordats widersprächen, sondern auch die Grundlagen der deutsch-polnischen Versöhnung untergrüben. Warschau hielt sie für unvereinbar mit den Lehren der katholischen Kirche und der offiziellen Position Polens.
Bischof Antoni Długosz kritisierte während derselben Reise auch die islamische Migration. Er erklärte, Europa sei seit Jahrzehnten Gegenstand einer Islamisierung, und illegale Migranten würden in den Ankunftsländern „ernsthafte Probleme“ verursachen.
Das polnische Außenministerium bezeichnete die Aussagen der Bischöfe als „schädlich und irreführend“ und betonte, sie deuteten auf die Unterstützung nationalistischer Bewegungen und die Nutzung der Kirchenkanzel zur Verbreitung von Fremdenhass hin.
Außenminister Radosław Sikorski nannte Mehrings Rede „beschämend und unwürdig“ und fügte hinzu, die Aufstachelung zum Hass im Namen der Kirche, die von einem Flüchtling gegründet wurde, sei ein intellektueller und moralischer Widerspruch.
Die polnische Seite forderte den Heiligen Stuhl auf, diese Aussagen zu prüfen und gegen die Bischöfe vorzugehen. Trotz starker historischer Bindungen zu Rom hat sich das Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und der liberalen Tusk-Regierung in jüngster Zeit vor dem Hintergrund ideologischer Differenzen deutlich verschlechtert.
Zuvor hatte die UOJ über die Äußerungen des Bischofs der römisch-katholischen Kirche zu den vom Papst ernannten Bischöfen berichtet.
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