Gericht stoppte Abschiebung eines koptischen Familienvaters in Münster
Nach Protesten der koptisch-orthodoxen Gemeinde untersagt das Verwaltungsgericht die Ausweisung wegen der schweren Erkrankung der Ehefrau und zum Schutz der Familie.
Das Verwaltungsgericht Münster hat die geplante Abschiebung eines ägyptischen Familienvaters aus der koptisch-orthodoxen Gemeinde vorläufig gestoppt. Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, wurde einem Eilantrag des Mannes stattgegeben. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren der kritische Gesundheitszustand seiner Ehefrau sowie der Schutz der familiären Einheit. Darüber berichtete Kirche und Leben.
Zuvor hatten Angehörige der koptischen Gemeinschaft vor der Abschiebehaftanstalt in Büren gegen die geplante Abschiebung der Familie demonstriert. Wie die Kirche mitteilte, hält sich die Familie seit rund vier Jahren in Deutschland auf. Der Vater geht einer geregelten Arbeit nach und gilt als gut integriert, während die Mutter derzeit aufgrund eines lebensbedrohlichen Gesundheitszustands im Krankenhaus behandelt wird. Die beiden Töchter im schulpflichtigen Alter leben vorübergehend bei einer anderen Familie.
Der koptisch-orthodoxe Bischof Anba Damian, zuständig für Norddeutschland, hatte sich mit der Bitte an die Behörden gewandt, den Fall noch einmal zu überdenken. Dabei wies er darauf hin, dass eine Abschiebung des Vaters die Familie zerreißen würde. Ein Gericht stoppte die Abschiebung vorerst, sodass der Mann zunächst in Deutschland bleiben kann.
Zuvor hat die UOJ berichtet, dass die Kirche Kritiker in Serbien aus der Gemeinschaft ausschloss.